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Erbsenzählerei und Magerwahn: Absurdität oder Krankheit?

erbsen photo

Als einen „Erbsenzähler“ bezeichnet man im Volksmund jemanden, der pedantisch, überkorrekt und kleinlich ist. Zugschrieben wird dieser Begriff Karl Baedeker, der einmal Erbsen nutzte, um die Stufen des Mailänder Doms zu zählen. Wenn die „Erbsenzählerei“ wörtlich genommen wird und jemand vor einem Teller mit einer Erbse sitzt, sprechen wir von Magersucht.

Top-Models müssen superschlank sein

Für einen Mann bedeutet der Begriff „Diäten“ meist eine finanzielle Entschädigung, die Politiker für ihre Arbeit erhalten. Für Frauen bedeuten Diäten Gewichtsreduktion. Fast jede Frau hat an ihrer Figur etwas zu bemängeln. Frauen sind bereits als Kind damit konfrontiert, dem Idealbild der Mutter zu entsprechen. Sie möchten später schlank und sexy sein, um Männern zu gefallen.

Wenn die Unzufriedenheit krankhaft wird und man zu radikalen Diätmaßnahmen greift, wird es gefährlich. Unter Top-Models sind Idealmaße eine Berufsvoraussetzung. Bulimie, Kokainmissbrauch und drastische Hungerkuren vor Modenschauen sind an der Tagesordnung. Doch schon manches Model trieb es damit zu weit. Gegenüber der „Huffington Post“ gab das ehemalige Prada-Model Georgina Wilkin 2013 tiefere Einblicke ins Geschäft.

Schon eine kleine Abweichung von den erwarteten Traummaßen kann ein Top-Model demnach ein Fotoshooting kosten. Unter dem Zwang, permanent mit Idealmaßen aufwarten zu können, wird die Diät zur Dauermaßnahme und schließlich zur Magersucht. Damit handelt es sich bereits um eine seelische Störung. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers und seiner elementaren Bedürfnisse ist bei der „Anorexia nervosa“ gestört. Daraus folgen über kurz oder lang auch gravierende gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Als Extrem-Beispiel für das, was passieren kann, gilt neben früh verstorbenen Magermodels wie Luisel Ramos (22), deren Schwester Eliana Ramos (18) oder Ana Carolina Reston Macan (21) auch das französische Magermodell Isabelle Caro (28). Die 2010 verstorbene Caro hatte noch mit einer drastischen Aufklärungskampagne versucht, Leidensgenossinnen vom Magerwahn abzuhalten. Geholfen hat es nichts. Top-Models müssen immer noch superschlank sein. Alle Mode-Kampagnen mit normalgewichtigen oder übergewichtigen Models sind reine Augenwischerei.

Israel bekämpft den Magerwahn unter Models seit 2013 mit gesetzlich vorgegebenen BMI-Vorgaben.

Von der Radikaldiät zum Magerwahn

Auch bei Isabelle Caro begann die Magersucht bereits in der Pubertät. In dieser Zeit entwickelt jede Frau eine weibliche Figur. Oft sind eine zu streng betriebene Diät und ein zunehmender Hass auf Fette und Kohlenhydrate als vermeintliche Verursacher von Figurproblemen die Auslöser.

Die meisten Magersüchtigen sind weiblich. Nur jeder zehnte Betroffene ist ein Mann. Die Tendenz zur Magersucht unter Männern ist allerdings steigend. Das Paradoxe am Magerwahn ist, dass Nahrung als Dickmacher abgelehnt wird, Betroffene sich aber zugleich obsessiv mit Nahrung beschäftigen. Der Körper ist der Fokus aller Gedanken und zugleich der größte Feind. Der bereits untergewichtige Körper wird als übergewichtig wahrgenommen. Er wird selbst bei wenigen Gramm Gewichtszunahme drastischen Maßnahmen ausgesetzt.

Mit einem erhöhten Bewegungsdrang versuchen viele magersüchtige Menschen, die wenigen verzehrten Kalorien, Kohlenhydrate & Co. wieder abzubauen. Man unterscheidet unter Medizinern zwei Typen von Magersucht: den restriktiven Typ und den „Purging“-Typ. Der restriktive Typ begrenzt die Nahrungsaufnahme immer strikter. Der „Purging“-Typ isst nach außen hin zwar etwas mehr, nimmt jedoch heimlich Entwässerungstabletten und Abführmittel, erbricht sich nach Mahlzeiten und kompensiert alle aufgenommenen Kalorien etc mit exzessivem Sport.

Warum kommt es zur Magersucht?

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Möglicherweise gibt es eine erbliche Disposition zu Essstörungen. Vor allem aber dürften es kulturbedingte Menschenbilder, überzogene gesellschaftliche Erwartungen, Spott über Figurprobleme und falsch gewählte Rollenmodelle sein, die in den Magerwahn und die „Erbsenzählerei“ führen. Außerdem kommen jugendliche Minderwertigkeitsgefühle und familiäre Ursachen in Frage.

Die Familie trägt beispielsweise durch überhöhte Erwartungen, eine scheinbar konfliktfreie „heile“ Familienwelt, emotionelle Kühle und mit sanfter Hand ausgeübten Leistungsdruck zum Magerwahn bei. Gelegentlich sind sexueller Missbrauch oder das Fehlen von Privatsphäre im Elternhaus mitauslösende Faktoren. Die daraus resultierenden Identitätskonflikte werden über eine zunehmend obsessive Kontrolle des eigenen Körpers kompensiert. Führt die Erkrankung in die Sucht, versucht man auch später im Leben, Konflikte über eine rigide Nahrungsbeschränkung auszuleben. Daher sind die Heilungschancen der Magersucht nicht besonders gut. Langfristige Therapien oder die klinische Zwangsernährung stark unterernährter Menschen scheitern oft daran, dass die Magersüchtigen sich gegen jede Behandlung stemmen. Ihre Einsicht in die Dramatik der Erkrankung fehlt. Da nützt es auch nichts, dass Musiker wie Christina Aguilera oder Daniel Jones von „Silverchair“ Texte oder Videos veröffentlichten, die den Magerwahn thematisierten. Immerhin werden Magersüchtige seit dem überraschenden Tod der erfolgreichen Pop-Sängern Karen Carpenter 1983 eher wahrgenommen.

Erbsenzählerei und Magerwahn sind letztendlich tödliche Konfliktlösungen.

Musikvideo Christina Aguilera: Beautiful

 

Habt Ihr Erfahrung mit Magerwahn, persönlich oder im Freundeskreis? Teilt sehr gerne unten im Kommentarfeld Eure Meinung.

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Foto von ugod