≡ Menü

Neue Studie sagt: Low Carb besser als Low Fat

low carb low fat kohlenhydrate tabelle

Eine in den Annals of Internal Medicine veröffentlichte Adipositas-Studie aus dem Jahr 2014 vergleicht die „Low Carb“- mit „Low Fat“-Diäten. Ein Forscherteam um Lydia Bazzano untersuchte an der Tulane-University von New Orleans 148 adipöse Probanden, die bisher weder Diabetes Typ 2, noch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenerkrankungen hatten. Sie mussten einen BMI-Wert von 35+ haben. Die Studienergebnisse sind interessant für alle, die abnehmen wollen. Die Ergebnisse sind aber auch in gesundheitlicher Hinsicht wert, sich damit auseinander zu setzen.

Wenig Fett oder wenig Kohlenhydrate?

Angesichts der Dauerdebatte um die effektivste Diät gibt es nun neue Hinweise darauf, dass Low Carb-Diäten (= wenig Kohlenhydrate) beim Gewichtsverlust die Nase vorne haben. Eine Diät, die weitgehend ohne Kohlenhydrate auskommt, führe eher zum gewünschten Abnahmeerfolg. Nicht nur das: Auch die Auswirkungen des Verzichts auf Kohlenhydrate für den Stoffwechsel, die Cholesteinwerte und die Herzgesundheit seien positiv. Die Low Carb-Ernährung sei für einen effektiven Gewichtsverlust, für eine längere Herzgesundheit und für einen verbesserten Stoffwechsel zu empfehlen, so das Ergebnis der amerikanischen Adipositas-Studie.

Die nach dem Zufallsprinzip aufgeteilten 148 Studienprobanden ernährten sich unterschiedlich. Gruppe A ernährte sich fettarm, Gruppe B griff hauptsächlich auf Lebensmittel ohne Kohlenhydrate bzw. kohlenhydratarme Lebensmittel zurück. Eine ausdrückliche Forderung an die Studienteilnehmer war, sich nicht mehr zu bewegen als zuvor. Wer keinen Sport betrieben hatte, ließ es auch während der Studie sein. Die Low Carb Gruppe durfte über die Dauer eines Jahres nur 40 Gramm Kohlenhydrate täglich zu sich nehmen. Ganz ohne Kohlenhydrate oder Fett kann ein Organismus nicht überleben. Die erlaubten Mengen unterschritten den bisher üblichen Verzehr der Probanden um ein Sechsfaches. Immerhin 80% der teilnehmenden Probanden schlossen die Studie erfolgreich ab. 

Größerer Gewichtsverlust durch reduzierte Kohlenhydrate

Die Kandidaten der Low Fat-Gruppe (= wenig Fett) verloren durch die Fettreduktion in der Ernährung im Schnitt nur 1,8 Kilo innerhalb des einen Studienjahres. Das ist überraschend wenig, wenn man abnehmen möchte. Deutlich erfolgreicher schnitten die Kandidaten der Gruppe B ab: Sie verloren im Studienjahr durchschnittlich 5,3 Kilo. Die meisten Probanden dieser Gruppe hatten sich dabei noch nicht einmal dauerhaft an die strikten Vorgaben der Kohlenhydrat-Aufnahme gehalten. Wer aus dieser Probandengruppe zunächst weitgehend ohne Kohlenhydrate begonnen hatte, lockerte meistens nach und nach aus eigener Initiative die Kohlenhydrat-Aufnahme. Insgesamt verzehrten die meisten Probanden der Low Carb-Gruppe durchschnittlich weniger als die Hälfte der Kohlenhydratmenge, die vorher auf den Tisch gekommen war.

Die begleitenden Schulungen über Adipositas-Ursachen und die Aufklärungseinheiten über falsche Ernährungsgewohnheiten hatten also Erfolg gehabt.

Welchen Stellenwert hat Bewegung?

Die Probanden der Low Carb-Gruppe hatten überraschenderweise wesentlich mehr Fettpolster abgebaut als die Low Fat Probanden. Zugleich hatte sie mehr Muskelmasse aufgebaut – und zwar, ohne zusätzlich Sport zu betreiben. Mehr Bewegung kann demnach zwar einen Gewichtsverlust begleiten und erhöhen. Aber der erhoffte Gewichtsverlust tritt bei der richtigen Ernährungsform auch ohne zusätzliche Bewegungseinheiten ein. Die Low Fat-Gruppe hatte hingegen mehr Fettgewebe erzeugt statt neue Muskelmasse zu erarbeiten. Außerdem hatte sie im Unterschied zur anderen Gruppe schlechtere Cholesterinwerte und schlechtere Blutfettwerte vorzuweisen. Somit bestanden in dieser Gruppe trotz der begleiteten Kostumstellung deutlich mehr Risiken für spätere Herz-Kreislauferkrankungen. Für eine Diät empfiehlt sich daher eher wohl eine Ernährung, die auf einen hohen Kohlenhydrat-Input verzichtet. Fettverzicht mag hier und da durchaus sinnvoll sein, ist aber laut Studienergebnissen als Diätform weniger effektiv. 

Was ist, wenn man nicht abnehmen möchte?

Ihr müsst nicht unbedingt eine Diät machen, um vom Verzicht auf eine Kohlenhydrat-Überflutung zu profitieren. Aus anderen Studien haben die Wissenschaftler bereits das Wissen bezogen, dass die Low Carb-Ernährung auch bei geringer oder keiner erwünschten Gewichtsabnahme vorteilhaft ist. Die Risikofaktoren für Diabetes Typ 2 oder für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wurden durch die Kostveränderung trotzdem reduziert. Eine Kost, die auf hohes Kohlenhydrat-Input verzichtet, ist für Euch also insgesamt vermutlich eher empfehlenswert. Einen Dämpfer bekamen durch die Studienergebnisse auch jene „Low Fat“ Verfechter verpasst, die notorisch behauptet haben, eine Low-Carb-Diät verursache Kopfschmerzen, Durchfälle, Verstopfung, Müdigkeit oder Gereiztheit. Nichts dergleichen wurde von den Studienteilnehmern der Low Carb-Gruppe bestätigt. Wer abnehmen möchte – oder wer sich einfach nur schienbar gesünder ernähren möchte – sollte eine übermäßige Kalorienzufuhr begrenzen und dabei vor allem auf kohlenhydratreiche Lebensmittel verzichten. Gesunde Fette sollten die ungesunden Fettquellen ersetzen.

Reagiert die Deutsche Gesellschaft für Ernährung auf diese Studie?

Auch wenn die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weiterhin keine angepassten Diät-Ratschläge für Adipositas-Betroffene festlegt, empfiehlt sie in ihrer neuen Adipositas-Leitlinie immerhin, pro Tag 500 Kilokalorien einzusparen.

Wie sind Eure Erfahrungen mit Low Carb-, Low Fat- oder anderen Diäten? Teilt Eure Meinung gerne mit den anderen Lesern, indem Ihr unten einen Kommentar hinterlasst.

Quelle:

Folgt Kohlenhydrate-Tabellen.com auf Google+, facebook, twitter

Foto: flickr Benutzer Tony Alter, Verwendung unter Creative Common Lizenz (CC BY 2.0)