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Geh jetzt, altes Jahr… Hallo, neues Jahr

In meiner griechischen Wahlheimat gibt es ein Weihnachtslied, in dem das alte Jahr freundlich aber entschieden aufgefordert wird, jetzt dann Leine zu ziehen, salopp gesagt. Denn es komme das neue Jahr, mit seinen Geschenken, Freuden und Geschenken – wo also alles (noch) besser wird. Leider ist dem oft nicht so…

Wenn Du schon den einen oder anderen Jahreswechsel hinter Dir hast, dann kennst Du ja die Prozedur, die meist folgt… also gute Vorsätze und so, und wie das dann meist ausgeht. Nicht selten drehen sich die Vorsätze um Themen wie Gesundheit, inkl. Abnehmen. Am Ende des Tages haben viele (wenn nicht sogar alle) dieser Vorsätze und Wünsche damit zu tun, glücklich sein zu wollen.

Ich habe mir heute mal Gedanken dazu gemacht, was es denn eigentlich bedeutet, „glücklich“ zu sein, und warum viele von uns es Jahr ein, Jahr aus nicht wirklich hinbekommen, auch tatsächlich das Gefühl zu haben, glücklich zu sein.

[Anmerkung: Ich schließe mich da übrigens ganz und gar nicht aus, will also nicht den Oberlehrer geben, der die Weisheit mit dem Löffel gefressen hat und der die „Glückseligkeit“ gefunden hätte. Nein auch ich habe noch viel Luft nach oben.]

Ich will hier gar keinen großen Exkurs machen und direkt auf den Punkt kommen.

Meinem Erachten nach gibt es ein paar Aspekte, die uns dazu bringen, dass wir uns am Ende eines jeden alten Jahres sicher sind, dass auf der Suche nach diesem ominösen Gefühl des „Glücklichsein“ ein weiteres Jahr verschwendet wurde. Und in erster Linie haben diese Aspekte mit uns selbst zu tun:

  • mit Nichts zufrieden sein / immer mehr wollen –> Undankbarkeit für das, was wir haben
  • die Schuld immer vor allem bei den Anderen suchen –> keine Möglichkeit, an sich selbst zu arbeiten
  • unrealistische Erwartungen haben –> konstante Enttäuschungen
  • nicht das zu tun, was nötig ist, um die Ziele zu erreichen –> sich selbst um die Freude von (halbwegs) erreichten Zielen bringen
  • sich selbst nicht ausreichend zu lieben –> sein Potential deshalb (bei Weitem) nicht auszuschöpfen

Und als wohl wichtigster Punkt:

  • Egoismus –> bewusst oder unbewusst seine eigenen Bedürfnisse immer voranzustellen bzw. für Andere im Prinzip nur dann etwas zu machen, wenn es einem selbst sofort dient oder später dienen kann

Verstehe mich bitte nicht falsch:

Ich sage nicht, dass alle Menschen, die nicht glücklich sind, automatisch auch immer selbst schuld sind. Es gibt sicher die Ausnahmen von dieser ‚Regel‘. Und die obige Aufzählung ist auch nicht im Ton der Anschuldigung bzw. Verurteilung geschrieben; es ist lediglich eine Auflistung von Aspekten, die ich für mich selbst als die Schuldigen ausgemacht habe, warum ich mir zu oft einrede, noch nicht „glücklich“ zu sein.

Und soll ich Dir was sagen? Wenn ich mir die Liste oben selbst vor Augen halte, dann wird mir durchaus klar, warum ich mir das einrede. Es ist einfach wirklich leicht, sich selbst in die Opferrolle zu begeben. Das nimmt den Druck von einem selbst – denn schließlich müssen sich dann ja erst einmal die anderen ändern (die natürlich das Gleiche denken, und am Ende bewegt sich niemand nur ein Stück auf den Anderen zu).

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Außerdem ärgern wir uns nicht selten um Aspekte, die wir im Endeffekt doch gar nicht beeinflussen oder gar kontrollieren können. Manchmal sind wir uns dessen nicht bewusst, andere Male schon – und trotzdem ärgern wir uns darüber. Beispiel: das Wetter…

Ich denke, einen der besten Vorsätze, den wir uns für ein Jahr machen können, ist – soweit und so oft wie möglich – den Egoismus zur Seite zu drängen; hier speziell das Bedürfnis danach, das letzte Wort bzw. Recht haben zu müssen. Ich meine, damit wäre schon einiges erreicht. Und jedes Mal, wenn es uns ganz oder einigermaßen gelingt (Perfektion kann schließlich nicht der Anspruch sein), ist es ein Gewinn für alle, inklusive bzw. besonders für einen selbst.

Ich hoffe, ich kann mich selbst an diesen guten „Vorsatz“ halten. Es würde mir und denen um mich herum gut tun.

—-

Abschließend möchte ich hier das sogenannte „Gelassenheitsgebet“ („Serenity Prayer“) des US-amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr teilen, das mir sehr gefällt. Man muss nicht religiös sein, um den Kern dieses Gebets für sich annehmen zu können

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Die volle und noch ansprechendere Version davon findest Du hier.

Titelbild: Stefan Spassov auf Unsplash