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Leptin: das ‚glücklich, schlank und frei’ – Hormon

Leptin abnehmen hunger

Vielleicht hast Du schon etwas davon gehört, dass Leptin eine nicht unwesentliche Rolle beim Abnehmen und schlank und aktiv bleiben spielen soll. In diesem Beitrag findest Du in verständlicher Art einige zentrale Aspekte aus der wissenschaftlichen Forschung dazu zusammengefasst. Du wirst lernen, warum Leptin so wichtig ist, was Dich aber vermutlich davon abhält vollen Gebrauch davon zu machen und warum die Pharmaindustrie hier wohl der Bestseller schlechthin durch die Lappen geht. Ausserdem erhältst Du einen Hinweis darauf, wie Du das ‚Leptin-Problem’ lösen kannst, falls Du zu den Betroffenen zählst (was nicht ganz so unwahrscheinlich ist). 

Leptin ist das ‚ich habe keinen Hunger und ich fühle mich aktiv’ – Hormon.

Wenn wir alle genügend Leptin im Blut hätten und unser Gehirn dieses auch registrieren würde, dann wären wir alle schlank, voller Energie und super drauf. Mit Leptin in uns hören wir von alleine mit dem Essen auf, weil wir uns satt fühlen. Und nicht nur macht es uns dünn, sondern es führt buchstäblich zu einem Gefühl des Glücklichseins.

Kurz gesagt: Leptin macht uns glücklich, schlank und frei.

Aber ohne Leptin in unserem Körper werden wir zu Menschen die den Mäusen gleichen, durch die einige Wissenschaftler vor etwas mehr als 20 Jahren zum ersten Mal auf Leptin stießen. Diesen Mäusen fehlte das Gen, das Leptin herstellt. Daher hatten sie überhaupt keines.

Sie haben sich praktisch nie bewegt. Überhaupt nie. Sie saßen einfach nur bei der Futterstelle und aßen den ganzen Tag lang. Obwohl ihr ganzes Fressen aus normalen Rattenpellets bestand, wurden sie sehr, sehr fett. Die einzige Möglichkeit, die Mäuse dazu zu bekommen sich zu bewegen war, die Futterstelle an eine andere Position zu bewegen. Die Mäuse schleppten sich dann langsam zu der neuen Stelle, ließen sich nieder und fraßen. Man konnte eine Woche später wieder kommen und die Mäuse waren immer noch dort. Am Essen.

Hatten diese Mäuse einen an der Waffel? Waren sie doof? Faul? Nein. Sie brauchten einfach nur Leptin.

Nachdem man ihnen ein paar Leptin-Spritzen verpasste, verloren diese Mäuse ihr Interesse an Nahrung, begannen freiwillig in das Hamsterrad zu steigen und wurden wieder… schlanker. Heureka!

Wärst Du nicht auch gerne eine Fliege an der Wand gewesen, als die Nachrichten über Leptin zum ersten Mal ihren Weg in die Chefetagen der großen Pharmaunternehmen machten? Du kannst Dir die Vorfreude bestimmt nur zu gut vorstellen. Denn schließlich kann man Hormone sehr einfach in eine Pille pressen (man denke nur an „die Pille“). Und genau wie die Pille kann Leptin theoretisch in nahezu unendlich vielen synthetischen Zusammenstellungen hergestellt werden. Jede davon absolut patentierbar. Und jede davon Milliarden wert. Vielleicht sogar Billionen.

Aber wie es das Schicksal, oder die Biologie so will, war der Freudentaumel verfrüht. Man fand ziemlich schnell heraus, dass Leptin in Tablettenform einer übergewichtigen Person nicht dabei hilft, Gewicht zu verlieren. Noch nicht einmal direkte Leptin-Spritzen helfen einer übergewichtigen Person dabei, Gewicht zu verlieren. Warum nicht?

Nun, generell gesprochen sind Menschen nicht übergewichtig, weil ihnen das Gen fehlt, das Leptin produziert. Wir haben nicht das gleiche Problem, das diese Mäuse hatten. Diese hatten überhaupt kein Leptin. Wir schon. Genau genommen stellt sich heraus: übergewichtige Leute haben viel Leptin, das durch ihr Blut zirkuliert. Das macht auch Sinn, denn Leptin wird von Fettzellen hergestellt. Leptin ist ein Feedback-Mechanismus der sich entwickelt hat, um das menschliche Gewicht im Gleichgewicht zu halten.

Kurze Zeitreise in vergangene Tage der Menschheitsgeschichte: Nach einer besonders ergiebigen Ernte und einigen Tagen hemmungslosem Essen (mit dem Resultat einer kleinen Gewichtszunahme), ist Leptin das Signal das auftritt und Dich sagen lässt: „Ich muss jetzt nicht mehr essen. Ugh! Das ist genügend Essen! Aber wow, ich fühle mich großartig! Vielleicht baue ich jetzt eine Hütte! Oder finde mir eine Partnerin! Oder jage ein wildes Tier!“.

Warum also funktioniert der Leptin Feedback-Mechanismus heute nicht mehr? Was verursacht die Fehlfunktion dieses sensibel eingestellten Systems?

Die generelle Antwort auf diese Frage ist schon seit Jahren bekannt, aber der tiefere, darunter liegende Grund wurde erst vor Kurzem entdeckt. Die generelle Antwort ist, dass die Menschen heutzutage widerstandsfähig gegen Leptin werden. Und so sitzen sie jeden Abend auf dem Sofa und essen. Aber was ist der darunter liegende Grund für die Leptin-Resistenz? Das, mein Freund, ist der Heilige Gral der Übergewichtsforschung. Löse das Rätsel der Leptin-Resistenz und Du wirst den Code für die Übergewichtsseuche geknackt haben.

Und erst vor Kurzem ist das geschehen.

Forscher am UCSF Medical Center fanden heraus, was die Leptin-Resistenz verursacht. Die Ursache ist INSULIN. Ja, Insulin. Insulin blockiert Leptin im Gehirn. Wo geschieht das? Nun, man nahm immer an, dass dies im Hypothalamus stattfindet, da dieser das meiste Essensverhalten kontrolliert. Aber neuere Forschungen haben gezeigt, dass die Blockage sogar tiefer liegen könnte, tief in unserem Gehirnstamm.

Steigende Insulinspiegel sind also ein Hauptgrund für die Übergewichtsseuche, der wir uns nun gegenübergestellt sehen. Und er betrifft uns sehr früh im Leben. Forschungen mit übergewichtigen Kindern gaben ergeben, dass ihr durchschnittlicher Insulinspiegel von der Grundschule zur Hauptschule um 45% ansteigt. Sie werden in das Fahrwasser des lebenslangen Übergewichts gelenkt, indem ihr Gehirn neu ‚verkabelt’ wird – und zwar durch jeden Bissen, den sie zu sich nehmen. Man beachte, dass wir von „durchschnittlichem“ Insulinspiegel sprechen. Wir sprechen also nicht über den Insulinanstieg, der durch das einmalige Verzehren von etwas Süßem aus dem Automaten erzeugt wird.

Was ist also die notwendige Behandlung? Was können wir unternehmen?

Ganz klar müssen wir unseren Insulinspiegel senken. Aber nicht den Insulinspiegel direkt nach dem Essen, sondern unseren täglichen/wöchentlichen/jährlichen Insulinspiegel.

Aber wie konnte unser Insulinspiegel überhaupt erst so ansteigen? Ich habe 2 Begriffe für Dich.

ZUCKER und MEHL

Der durchschnittliche Deutsche konsumiert jedes Jahr über 30 kg Zucker und ca. 70 kg Mehl. Das sind annähernd 300 gr Zucker und Mehl pro Person, JEDEN TAG. In den USA sind es fast ein halbes Kilo. Und manche von uns verzehren keinen Zucker und kein Mehl. Das heißt, dass manche Leute weit mehr als das verzehren. Zucker und Mehl sind keine Lebensmittel, mein Freund. Sie sind toxische Drogen. Gift.

Das ist keine Meinung, das ist ein wissenschaftlicher Fakt.

Der technische Ausdruck für Zucker lautet „chronisches, Dosis abhängiges Hepatotoxin“ (das ist meine eigene, hoffentlich korrekte Übersetzung aus dem Englischen für „chronic, dose-dependent, hepatotoxin“). Also „Toxin“ wie in „Gift“. Zucker ist ein „Hepatotoxin“ weil es aus Fruktose besteht, die, in hohen Mengen, besonders die Leber schädigt. Mehl ist ein „chronisches, Dosis abhängiges Toxin“, weil seine Toxineffekte nicht auf die Leber beschränkt sind (das bei Zucker verwendete ‚Hepa’ steht also für ‚Leber’). Mehl besteht aus Glukose und wird überall industriell verarbeitet; in hohen Dosen also schädigt Mehl jede Zelle im Körper.

[Kleiner Exkurs für besonders Wissbegierige:

Mehl ist Glukose, die dafür sorgt, dass Insulin freigesetzt wird und sie führt zu Gewichtszunahme. Eine kleine Menge wird von den Mitochondrien der Leber für Energie verstoffwechselt. Personen mit einem großen Energiebedarf, wie z.B. Kinder oder sehr aktive Menschen, können viel Glukose mit wenig Nebeneffekten zu sich nehmen. Sie verbrennen es sofort. Aber bei Erwachsenen wird übermäßige Glukose in Triglyzeride umgewandelt und fördert kardiovaskuläre Probleme. Glukose bindet auch Proteine in den Zellen, was sie weniger flexibel macht und schnelleres Altern begünstigt. Ausserdem setzt es freie Radikale frei, was ebenfalls Altern und Gewebeschäden erzeugt.

Die schädliche Dosis hängt von der einzelnen Person ab. Generell: Bevor der Körper dauerhaft der Glukose ausgesetzt und geschädigt wird, ist die unproblematische Dosis an Zucker und Mehl wohl etwa die Hälfte von dem, was die Leute heutzutage im Durchschnitt zu sich nehmen.

Aber sobald das Blutzucker-Reguliersystem und die Dopamin-Rezeptoren im Nucleus Accumbens durch die den übermäßigen Konsum von Zucker und/oder Mehl beschädigt worden sind, wird der Körper/das Gehirn unfähig, die gesendeten Signale zu verstehen. Daher ist die sichere Dosis für die eine Person nicht auch gleich sicher für eine andere Person.

Was ist mit Vollkorn-Mehl?

Es hilft auf jeden Fall, dass es nicht industriell bearbeitet wurde. Die Abgabe von Insulin ins Blut wird viel langsamer erfolgen. Dadurch kann man viele der schädlichen Effekte vermeiden. Für einige Leute werden Vollkorn-Brot oder andere Formen von Vollkorn-Produkten akzeptabel sein für deren nachhaltige Ernährung. Aber für die Leute, deren Gehirn und Körper bereits geschädigt und abhängig wurden, dürften diese Lebensmittel weiterhin problematisch sein.

Letztlich kommt hier als wichtiger Aspekt auch hinzu, wie anfällig jemand ist für die abhängig machenden Eigenschaften von Produkten wie Mehl oder Zucker.

Ende Exkurs]

Was können wir tun, wenn uns die Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, uns vergiften? Und was ist mit unseren Kindern? Was können wir dagegen unternehmen, wenn das Essen, das unsere Kinder in der Schule, im Ferienlager, im Restaurant und zu Hause erhalten ihr Leben bedroht?

Lass uns für eine Antwort hierzu unseren Blick in eine andere Richtung lenken:

In manchen Hilfseinrichtungen für krankhaftes Essen (z.B. für das Prader-Willi-Syndrom) gibt es so Manches, das wir lernen können. Ein Beispiel dafür wäre das Zentrum für Prader-Willi-Syndrom im Kinderinstitut von Pittsburgh.

Wie geht man dort damit um, wenn die Patienten dafür bekannt sind zu lügen, zu stehlen und sogar in das Nachbarhaus einzubrechen, nur um an Essen zu gelangen? Manche Patienten sind so besessen vom Gedanken an Essen, dass sie sich, wenn ihnen ein unendlicher Essensvorrat in die Hände fallen würde, potentiell zu Tode essen würden, weil ihre Magenwände von der Essensmenge reissen. Es ist also keine Überraschung, dass die Klinik ein paar ziemlich großartige Strategien entwickelt hat, um ihre Patienten zu ernähren. Und sie funktionieren.

Im Zentrum für Prader-Willi-Syndrom isst niemand etwas ausserhalb der Essenszeiten. Alle Hinweise auf Essen wurden entfernt. Genau genommen gibt es auf dem Stockwerk das die Patienten beherbergt überhaupt keine Lebensmittel. Das Essen kommt zur Essenszeit auf einem Tablett und anschließend wird alles entfernt. Die Mengen werden gewogen und gemessen.

Verlieren diese Patienten Gewicht? Natürlich. Aber was geschieht psychologisch mit ihnen, wenn man ihnen den Zugang zu Essen abschneidet, obwohl sie doch so sehr danach verlangen? Können sie der Tortur widerstehen?

Nun, am Anfang ist es natürlich schwierig, aber es bleibt nicht für immer schwierig. Genau genommen fühlen sie sich nach einer kurzen Anpassungsphase überhaupt nicht gequält.

Sie sind glücklich.

Fazit

Ich will an dieser Stelle absichtlich kein Fazit schreiben. Lieber will ich Dich dazu inspirieren, das eben Gelesene noch einmal mit Aufmerksamkeit zu lesen. Danach hoffe ich, dass Du Dir selber ein Fazit bildest und dieses unten im Kommentarbereich hinterlässt. Ich finde, der Artikel enthält, wenn man ihn aufmerksam liest, die Grundlage für eine wichtige Erkenntnis.

Bitte beachte, dass ich kein Arzt bin und dass es sich hier lediglich um zusammengetragene Informationen handelt. Ich kann nicht garantieren, dass die zitierten Studien tatsächlich unumstößlich sind, bzw. dass sie nicht in mehr oder weniger naher Zukunft revidiert werden müssen. Ich bin kein Wissenschaftler, sondern lediglich ein ‚Student’ der sich durch Lektüre stetig weiter informieren will – wie Du vermutlich auch.

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