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Warum unsere Kinder dick und unsportlich sind

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Kinder sitzen: Übergewicht | Kohlenhydrate Tabelle

 

Übergewicht ist, wie wir alle wissen, ein wachsendes Problem in unserer Gesellschaft. Lange Zeit war es eher das Übergewicht der Erwachsenen, das im Blickfeld war. Nun rückt hier mehr und mehr das Übergewicht von Kindern in den Vordergrund. Die Frage ist: Wo soll das hin führen?

Zwei Studien bezüglich des Übergewichts bei Kindern sollten die Europäer beunruhigen. Die erste wurde in der Zeitschrift The Lancet veröffentlicht und von der Bill und Linda Gates-Foundation finanziert. Die zweite Studie zum Thema stammt von der Krupp-Stiftung. Beide Studien thematisieren den zunehmenden Bewegungsmangel und das Übergewicht unserer Kinder.

Gewichtsprobleme beginnen im frühen Lebensalter

Schon Erstklässler fallen heute durch Gewichtsprobleme auf. Ob der Bewegungsmangel infolge dessen entsteht oder die Ursache der Gewichtsprobleme darstellt, ist individuell verschieden. Jedes fünfte Kind in Deutschland – Jugendliche eingeschlossen – leidet der Lancet-Studie zufolge an Übergewicht. Jedes 20. Kind ist als adipös anzusehen, hat also beträchtliches Übergewicht und einen Body-Mass-Index von 30 und darüber. In den letzten 25 Jahren hat sich die Anzahl betroffener Kinder verdoppelt. Das sollte trotz eines leichten Rückgangs seit 2011 beunruhigen.

Genetische Ursachen seien eher selten die Verursacher von Übergewicht. Viel häufiger seien es chronischer Bewegungsmangel und falsche Ernährung. Die Kinder von heute hocken stundenlang vor dem Fernseher oder dem PC (genau genommen natürlich nicht nur die Kinder, sondern auch deren Eltern – aber das ist ein Thema für einen anderen Beitrag). Sie ernähren sich ungesund und viel zu kalorienreich. Vor allem die Kohlenhydrate müssten reduziert, die sportlichen Leistungen gesteigert werden.

Der aktuelle Deutsche Kinder- und Jugendsportbericht der Krupp-Stiftung verdeutlicht, dass nicht nur die modernen Medien Ursache von Bewegungsmangel sind, sondern auch die Ganztagsschule. Sie hindert Kinder daran, einem Sportverein beizutreten. Im schulischen Bereich fallen ausgerechnet die Sportstunden auffallend häufig aus. Selbst wenn das nicht so wäre, gäbe es mit zwei Wochenstunden Sport zu wenig schulischen Sportunterricht. Immer höhere Lernanforderungen führen zu längerem Sitzen an den Schularbeiten. Auch die verkürzte Gymnasialzeit schlägt negativ zu Buche.

Was kann man dagegen tun?

Die intensivere Zusammenarbeit von Schulen, Kindergärten und Sportvereinen müsste den Anfang machen, sagen die Studienleiter.

Man könne beispielsweise mehr Trendsportarten oder Kraftsport anbieten, um die Lust an der Bewegung zu fördern. Problematisch ist jedoch, dass Gewichtszuwachs automatisch zu mehr Bewegungsunlust führt. Den Teufelskreis von Bewegungsunlust und Übergewicht zu durchbrechen, ist die wichtigste Aufgabe.


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Eine Professorin für Sportmedizin, die an der Deutschen Sporthochschule in Köln tätig ist, weist auf die motorischen Probleme hin, die bereits Kleinkinder aufgrund von Übergewicht haben. Diese wachsen in den Folgejahren noch an. Mehr Spiel und Sport je Woche – noch besser, je Tag – sorgt dafür, dass die Beweglichkeit zu- und das Übergewicht abnimmt. Sportliche Vorbilder wie die Eltern oder Lehrer motivieren dazu, selbst beweglicher zu werden.

Außerdem sind kindliche Ängste, die von den überbesorgten Eltern gefördert werden, ein weiterer Grund für Übergewicht. Heute wagen Kinder sich nicht mehr unbegleitet in den Wald, um Baumhütten zu bauen, auf Bäume zu klettern oder auf einem Teich zu paddeln. Wenn Kinder sich vom Taschengeld dann Döner, Fritten, Hamburger und Cola gönnen können, ist Übergewicht vorprogrammiert. Doch den Preis für so viel kulinarische Freiheit zahlen die Kinder selbst. Motorik-Tests beweisen, dass kleine Kinder von heute bei motorischen Aufgaben schlechter abschneiden als früher. Damit steigen auch die Unfallrisiken. Das Selbstvertrauen der Kinder schwindet. Die übergewichtigen Kinder sind kränklich, unsicher und werden vermutlich übergewichtige Erwachsene. Diese haben eine geringere Lebensqualität und -erwartung als Kinder, deren Eltern auf ihr Gewicht geachtet haben.

Den Ursachen muss man entgegenwirken

Es gibt viele Ansätze, den Ursachen für kindlichen Bewegungsmangel und Übergewicht entgegenzutreten. Das ist nicht nur im Interesse einer Gesellschaft, die durch Folgeerkrankungen immer mehr Kosten zu verwalten hat. Es ist auch im Sinne der Betroffenen, die bereits als Kinder geringere Chancen auf ein gutes Leben haben. Sogar in den Entwicklungsländern erkennt die Studie aus der Lancet Tendenzen zu übergewichtigen Kindern. Es geht hier also um ein globales Problem, nicht nur um eines der zivilisierten Länder.

Die Studie konstatiert, dass alle Bemühungen der letzten 33 Jahre, an dieser Situation etwas zu ändern, fehlgeschlagen sind. Obwohl es zahlreiche Förderprogramme gibt, bewirken diese nicht genug. Es muss viel früher und auf der Ebene der Eltern begonnen werden, Kinder mit regelmäßiger Bewegung und gesunder Ernährung vertraut zu machen.

Wenn sich das Leben von Kindern dank medialer Omnipräsenz und höherer Leistungsanforderungen wandelt, muss ungesunden Tendenzen umso bewusster entgegengesteuert werden. Der World Health Organization (WHO) zufolge liegt Europa beim Übergewicht von 18-Jährigen nach den USA bereits auf Platz zwei. Demnach haben 21% der Jungen und 25% der Mädchen schon in jungen Jahren einen BMI von über 30. Die potenziell größere Muskelmasse der männlichen Bevölkerung sorgt für diesen Unterschied. Zwar wissen wir, dass der BMI nur bedingt herangezogen werden kann, um das Übergewicht zu bestimmen. Aber ein BMI von über 30 wird vermutlich schon mit bloßem Auge von den Meisten unter uns als ‚übergewichtig‘ eingestuft.

Hier noch ein Link zur Übersicht einiger Daten der WHO zum Thema Übergewicht bei Kindern (in Englisch). Und hier ein Link zu einem Video bei N24 über das viele Sitzen bei Erwachsenen und wie Kinder dieses Verhalten übernehmen.

Mein Fazit

Sicherlich kennen das Problem die meisten von uns – nicht unbedingt von den eigenen Kindern, aber doch von sich selbst. Das das auch auf Kinder abfärbt ist nur nachvollziehbar. Hier haben Eltern auf jeden Fall eine Verantwortung gegenüber ihren Kindern. Ja, ich weiß: ‚leichter gesagt als getan‘. Aber ist es wirklich so schwer, weniger zu sitzen und mehr Bewegung in den Alltag mit den Kindern zu bringen?

An dieser Stelle würde mich mal interessieren, wer von meinen Lesern einen Job hat, bei dem sie/er nur wenige Stunden am Tag sitzt.

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