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Dick durch Dauerstress

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Dick durch Dauerstress

Dass (Dauer-) Stress negative Folgen auch auf das Gewicht haben kann, ist mittlerweile bekannt. Im folgenden Artikel werden Ihnen die hormonellen Veränderungen in Stress-Situationen nahegebracht, sowie deren Auswirkungen auf unser Essverhalten und das Gewicht. Ein Gastbeitrag von Ursula Hübner. 

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Lesezeit: ca 6-7 min

Was passiert  in unserem Körper, wenn wir unter Stress stehen?

Hierzu werden wir zuerst einen kleinen Ausflug in die Endokrinologie (Lehre der Hormone) machen. Wir alle kennen es, dass in einer akuten Stress-Situation der Blutdruck steigt und das Herz rast. Diese kurzen Stress-Situationen bewältigt unser Körper viele Male am Tag und ist hierfür auch bestens gerüstet. In den Nebennieren werden u. a. die Hormone Adrenalin und Noradrenalin gebildet, diese werden bei Stress vermehrt ausgeschüttet, um unsere Aktivitäten zu steigern bzw. um den Körper in „Kampf- und Fluchtbereitschaft“ zu versetzen. Dieses hatte früher durchaus seinen Sinn, wenn es darum ging, wilde Tiere zu jagen oder in die Flucht zu schlagen. Die Hormone haben uns kurzfristig die Energie gegeben, uns zu konzentrieren, zu fliehen oder zu verteidigen. Durch die körperlichen Aktivitäten wurden dann auch die Stress-Hormone sehr schnell wieder abgebaut

Heute sind die „wilden Tiere“ eher fordernde Chefs, schlechtgelaunte Kollegen oder unzufriedene Kunden. Leider sind unsere Gene diesbezüglich immer noch im „Steinzeitprogramm“, unsere Stress-Hormone erhöhen sich also genauso wie damals und auch heute dienen sie der geistigen und körperlichen Aktionsbereitschaft. Der Unterschied ist, dass uns heute die Möglichkeit (Bewegung) in der jeweiligen Situation fehlt, diese Hormone auch schnell wieder abzubauen.

Macht Stress wirklich hungrig?

Wenn Stress länger andauert, kommt noch ein drittes Hormon der Nebenniere zum Zuge, das Cortisol. Dieses dient dazu, Folgen von Stress besser zu bewältigen.

Auch hier hat unser Körper wieder wunderbar vorgesorgt, in stressigen Situationen arbeitet auch unser Gehirn auf Hochtouren und die erhöhte Ausschüttung von Cortisol dient dazu, Energie für das Gehirn freizusetzen. Da sich unser Gehirn nur von Kohlenhydraten (Zuckern) ernähren kann und über keine eigenen Energiespeicher verfügt, sorgt das Hormon Cortisol dafür, dass die Kohlenhydratspeicher unseres Körpers geleert werden und dem Gehirn zur Verfügung stehen. Durch die Leerung dieser Speicher steigt der Blutzuckerwert an. Dieses wiederum hat zur Folge, dass aus der Bauchspeicheldrüse mehr Insulin freigesetzt wird, um den erhöhten Zuckerwert wieder zu senken.

Wie geht es jetzt weiter? Das Gehirn ist kurzfristig mit Energie versorgt, unsere Zuckerspeicher sind leer, das Insulin ist hoch. Die logische Folge: wir bekommen Hunger und zwar besonders Appetit auf Süßes. Das kennen sicher Viele, dass in stressigen Situationen der Heißhunger kommt und meistens steht ja auf irgendeinem Schreibtisch die Schale mit Süßigkeiten, wo man sich dann schnell einmal bedienen kann. Auch der Hunger hat durchaus seine genetische Berechtigung, denn hiermit sollte ein Fettpolster für schlechte Zeiten angelegt werden; früher gab es eben nicht jeden Tag etwas zu essen.

Zusätzlich kann es sein, dass die für das Gehirn bereitgestellte Energie nicht komplett verbraucht wird (weil Kampf und Flucht ausbleiben) und diese deshalb für die nächste Gefahrensituation in Form von Fett gespeichert wird. Auch das erhöhte Insulin sorgt dafür, dass kein Fett verbrannt wird (nicht umsonst wird Insulin bei Schweinen als Masthormon eingesetzt).

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Dick durch Dauerstress?

Cortisol hat viele gute Eigenschaften und ohne dieses könnten wir gar nicht überleben. Natürlicherweise haben wir einen Tagesrhythmus: morgens ist der Spiegel hoch, um uns wach und aktiv zu machen und im Laufe des Tages geht er wieder nach unten.

Aber ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel hat  negative Folgen: der Blutdruck erhöht sich, die Blutgerinnung verändert sich, die Serotoninwirkung („Glückshormon“) im Gehirn wird unterdrückt, was dann irgendwann eine Depression zur Folge hat. Der Testosteronspiegel sinkt, die Immunabwehr wird schlechter und im Laufe der Zeit entsteht eine Insulin-Resistenz.

Zusätzlich stört Cortisol die Körperwahrnehmung, d.h. das natürliche Sättigungs- und Entspannungsgefühl geht uns verloren, wir neigen zum „Überessen“. Auch das mit der Nahrung aufgenommene Fett wird anders verwertet: der Körper bemüht sich bei Dauerstress Fettdepots für schlechte Zeiten anzulegen, und diese vor allem am Bauch. Denn wie sicher einige schon leidvoll erfahren haben, ist das Bauchfett dasjenige, welches man am schlechtesten wieder los wird.

Nach neuesten Erkenntnissen ist gerade das Bauchfett besonders schädlich für die Gesundheit, da es sich v. a. an den inneren Organe und der Leber ablagert. Zusätzlich ist das Bauchfett sehr stoffwechselaktiv, d.h. es gibt große Mengen schädlicher Fettsäuren ins Blut ab. Diese lagern sich  nach einiger Zeit als sog. Plaques an den Gefäßwänden an, was dann zur Arteriosklerose führen kann. Auch einige andere Stoffwechselaktivitäten werden durch zuviel Bauchfett empfindlich gestört, z.B. wird weniger vom Stoffwechselhelfers Adiponectin produziert, der u. a. die Aufgabe hat, das Hunger- und Sättigungsgefühl zu steuern. Das Hormon Angiotensin erhöht sich und damit auch unser Blutdruck. Auch der Serotoninspiegel fällt ab, welches dann Stimmungsschwankungen, Erschöpfung, Schlafstörungen und Depression zur Folge hat.

Stress-Hormone wieder auf ein normales Maß senken

Am besten wäre es natürlich, wenn unser Körper nur kurzen Stress-Situationen ausgesetzt wäre, damit der schädliche Dauerstress gar nicht entstehen kann. Was können wir selber machen, um unsere Hormone wieder ins Lot zu bringen? Heute möchte ich Ihnen drei kurze Tipps mit auf den Weg geben.

  • Bewegung baut die Stress-Hormone immer noch am besten ab. Fast überall ist es möglich, eine kurze Bewegungspause einzulegen, und wenn es nur ein kurzer Gang um den Block, oder ins andere Büro ist.
  • Entspannung: sehr gut  geeignet ist z. B. die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, welche mit Hilfe einer Übungs-CD gut alleine zu erlernen ist (hat bei mir auch geklappt).
  • Ernährung: Wenn unser Gehirn neue Nahrung (Zucker) benötigt, wirken Süßigkeiten natürlich recht schnell, aber dieser Zucker wird auch sehr bald wieder abgebaut. Genauso wirksam und länger anhaltend ist Obst, v. a. Bananen, die u. a. auch B-Vitamine und Magnesium enthalten, die wichtig für die Konzentration und die Nerventätitgkeit sind. Aber auch anderes Obst ist durch den Fruchtzucker-Gehalt schnell wirksam, auch Milch- und Vollkornprodukte erfüllen den gleichen Zweck wie Süßes, aber wirken länger und haben meist auch weniger Kalorien.

Allerdings ist das Thema wiederum so komplex, dass ich mich freuen würde, Ihnen dieses in einem weiteren Artikel vorstellen zu dürfen.

Ursula Hübner_kohlenhydrate tabelleDie Autorin Ursula Hübner hat Ausbildungen zur Medizinisch-Technischen-Assistentin, Endokrinologie-Assistentin und Ernährungsberaterin absolviert. Näheres unter www.eb-huebner.de. Das hier beschriebene Thema wird von ihr auch als 90 minütiger Vortrag für Firmenmitarbeiter, Praxen o.  ä. angeboten. Im Oktober d. J. werden von Ursula Hübner zwei Kochabende an der VHS Neuss durchgeführt mit dem Thema „Anti-Stress-Food“.

  • Monika 18. Juli 2012, 10:06

    ich glaube auch dass stress eine grosse rolle spielt beim zunehmen. schöner artikel

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