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Pavlok: das Elektroschock-Armband zum Abnehmen und fit werden

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Das Pavlok Armband (Foto: pavlok.com)

Zwar sind ‚activity tracker’ – Armbänder noch recht jung, dennoch gibt es schon einige davon. Fitbit, Jawbone, das Nike+ FuelBand oder das Samsung Gear Fit sind ein paar der bekannten Namen. Nun gesellt sich ein neues Produkt dazu, das vor allem im Internet bereits für mächtig Furore sorgt: Pavlok. Während die bisherigen Armbänder Aktivitäten lediglich aufzeichnen, geht Pavlok einen Schritt weiter und hilft, notfalls durch Stromschläge, schlechte Gewohnheiten abzustellen sowie gute Gewohnheiten zu schaffen. Auch zum Abnehmen soll Pavlok geeignet sein: der Erfinder selber behauptet, er habe durch auf diese Weise 13kg abgenommen.

Activity Tracker und ihre Schwachstellen

Wie eingangs geschrieben und wie die englische Bezeichnung schon sagt, messen Activity Tracker in erster Linie die Aktivität seiner Benutzer. Die meisten solcher Armbänder beschränken sich in der Regel auf das Aufzeichnen von sportlichen Aktivitäten (daher oftmals auch Fitness Armbänder genannt) oder den Schlafrhythmus. Moderne Technologie macht dies möglich. Dazu kommt, dass man diese sogenannten Wearables (= Mess-Produkte, die man an oder bei sich trägt) mit einer zum Armband gehörenden App auf dem Smartphone verbinden kann. Die App wiederum sammelt und organisiert die Daten, die von dem Armband aufgezeichnet werden. Die gesammelten Daten kann man dann entweder auswerten oder, was wohl häufiger passieren wird, man informiert seinen Freundeskreis über die gerade absolvierte Sporteinheit, indem die App das Ergebnis des Workouts sogleich und ohne weiteres Zutun auf dem Facebook Profil des Benutzers veröffentlicht. 

In Zeiten, in denen ein ‚gefällt mir’ von Mitmenschen fast schon als digitale Währung angesehen werden kann bzw. ein ‚gefällt mir’ unser Ego befriedigt, scheinen es viele beim Veröffentlichen auf Facebook zu belassen. Der Nutzen solcher Activity Armbänder ist bei der eben beschriebenen Vorgehensweise damit also auf ein Minimum reduziert, nämlich das bloße Messen und Speichern der Aktivitäten. Die Frage stellt sich also, wie lange diese Armbänder und Apps dann letztlich verwendet werden. Diese Frage wird umso wichtiger, sobald der Benutzer ursprünglich das Ziel hatte, mit einem solchen Armband regelmäßige Handlungen durch zu führen (z.B. mit dem Joggen beginnen), bzw. um eine Gewohnheit zu schaffen.

Gerade für diejenigen unter uns, die eine schlechte Gewohnheit abschaffen oder sich eine gute Gewohnheit aneignen wollen ist fraglich, inwiefern die derzeit verfügbaren Armbänder einen wirklichen Nutzen bringen können. Dies ist genau die Stelle, an der Pavlok ins Spiel kommt. 

Pavlok: das schockierende Aktivitäts Armband

Wir alle haben sie: gute und schlechte Gewohnheiten. Die Hochsaison für dieses Thema ist sicherlich Neujahr, wenn es darum geht, einen guten Vorsatz zu treffen. Oftmals hat dieser Vorsatz damit zu tun, eine schlechte Gewohnheit los zu werden oder sich eine gute Gewohnheit anzueignen. Ganz oben auf der Liste: Rauchen, Abnehmen und mehr Sport. Wie wir wissen, halten diese Vorsätze oftmals nicht lange und das ursprünglich gesteckte Ziel wird, wenn überhaupt, nur bedingt erreicht.

Wie will das Pavlok Armband nun also dabei helfen?

Pavlok ist erst in zweiter Linie ein Activity Tracker Armband, das Aktivitäten misst. Zwar muss es auch dies können, aber das Registrieren von (nicht) durchgeführten Aktivitäten scheint eher Mittel zum eigentlichen Zweck zu sein, eben jenem (Ab-) Schaffen von Gewohnheiten. 

Pavlok und die damit einhergehenden Apps sollen es uns also ermöglichen, ein bestimmtes Ziel zu setzen und dies mit Hilfe des Armbands zu erreichen. Dabei greift es auf das altbekannte System von Belohnung und Bestrafung zurück. Besonders bekannt in diesem Zusammenhang der sogenannten Konditionierung sind die mit dem Nobelpreis belohnten Experimente des russischen Mediziners Iwan Petrowitsch Pawlow (geb. 1849, gest. 1936), der im Jahr 1905 mit dem Verhalten von Hunden experimentierte.

Dies erklärt also auch den Namen des Produkts: Pavlok, von Pawlow.

Die Pavlok App wird das gesteckte Ziel letztlich in kleinere Einheiten herunter brechen. Diese müssen dann vom Benutzer des Pavlok-Armbands erfüllt werden. Dies sei am Beispiel des Abnehmens kurz näher betrachten.

Das Ziel des Pavlok-Armband Benutzers lautet, eine bestimmte Menge an Gewicht abzunehmen. Dazu entschließt sich der Benutzer, den regelmäßigen Fitnessstudio-Besuch zu einer Gewohnheit zu machen. Entweder alleine oder im Verbund mit anderen Pavlok Benutzern mit dem gleichen Ziel soll nun eine Routine entwickelt werden. Um diese zu entwickeln, muss man letztlich über einen bestimmten Zeitraum gewisse Aktivitäten immer wieder absolvieren, damit diese letztlich in Fleisch und Blut übergehen, also eine Gewohnheit werden. In diesem Fall also der Gang zum Fitnessstudio (etwas, was das Armband durch seinen eingebauten GPS-Sensor erkennen kann). Im Idealfall fällt es einem zum zum Schluss sogar schwerer, die durchgeführten Aktionen nicht mehr durch zu führen, als sie durch zu führen.

Wie oben schon erwähnt, setzt Pavlok hier vor allem auf die Elemente von Belohnung und Bestrafung. So soll es also möglich sein, bei ‚guter Führung’ belohnt zu werden. Dies beginnt bei einfachen Belohnungen wie einem ‚gefällt mir’ auf Facebook und reicht bis hin zu finanziellen Belohnungen. Wer bei der Durchführung der notwendigen Schritte allerdings nachlässig wird, den erwartet statt dem Zuckerbrot die Peitsche.

Zuckerbrot und Peitsche

Das Pavlok Armband ist so gestaltet, dass es nicht nur vibrieren, laute Geräusche von sich geben und mit leuchtenden LED Lampen aufwarten kann, sondern es kann auch Elektroschocks verpassen. Diese reichen bis zu 340V und sind somit für den Träger des Armbands durchaus spürbar, sollen aber für den Träger gleichzeitig auch völlig ungefährlich sein. Zum Vergleich: Elektroschockwaffen können mehrere Huntderttausend Volt haben. Der Gründer, Maneesh Sethi, spricht von einem ähnlichen Stromschlag, den wir erhalten, wenn wir mit Socken auf dem Boden herumlaufen und dann eine elektrostatische Entladung beim Anfassen eines Türgriffs verspüren.

Sethi präsentiert dies selber in der Praxis und bei einer Stärke von 255V ist er in diesem Interview Video wohl selber fast ‚zu Tränen gerührt’ :)

Die Stärke des Elektroschocks wird einstellbar sein, mit der oben genannten maximalen Stärke von 340V. Wird man also nachlässig mit seinem Ziel, so veröffentlicht Pavlok automatisch eine Statusmeldung auf Facebook und die Facebook Freunde werden somit in der Lage sein, einen Stromschlag zu senden!

pavlok status facebook

beispielhafte Pavlok Statusmeldung auf facebook (Foto: facebook)

Auf diese Weise soll es also gelingen, das Nicht-Durchführen der notwendigen Aktivitäten mit einem negativen Reiz zu verbinden. Dies wiederum soll dazu führen, dass der Benutzer sich auf die Durchführung konzentriert. Wer dies lang genug mache, habe eine gute Chance, daraus eine Routineaktivität bzw. eine Gewohnheit zu machen. Neben Stromschlägen soll es auch möglich sein, andere Bestrafungen auszuwählen, die in anderer Weise weh tun, z.B. das Spenden eines Geldbetrages an eine ungeliebte Person/Wohltätigkeitsorganisation/Stiftung/…

Wie eingangs schon erwähnt, habe Sethi es nach eigener Auskunft geschafft, mit dem Prinzip von Pavlok 13 kg abzunehmen. Dies schaffte er, indem er eine Gewohnheit aus dem Besuch des Fitnessstudios machte. Das Schaffen von Gewohnheiten sei für Sethi nach eigener Auskunft eher schwer, da er sehr leicht abzulenken sei. Dies sei auch mit ein Grund gewesen, warum er Pavlok entwickelt habe, also um ein Problem zu lösen, das er selbst habe. Auf die Idee gebracht hatte ihn ein voraus gegangenes Experiment, bei dem er eine junge Dame dafür bezahlte, im eine Ohrfeige zu verpassen, sobald er bei seiner Arbeit am Laptop abdrifte und Dinge machte, die nicht zu seiner Zielerreichung beitrugen (z.B. dem Surfen auf Facebook).

Hier das kurze Beweisvideo, welches sprichwörtlich für Schlagzeilen sorgte:

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Reicht Willenskraft alleine nicht aus?

Nun könnte man natürlich sagen, man brauche kein Pavlok-Armband, um eine Gewohnheit aus dem Fitnessstudio Besuch zu machen, weil man schließlich genügend Willenskraft habe.

Das ist einerseits ein Einwand, den man sicherlich nicht von der Hand weisen kann. Zweifellos gibt es Menschen, die einen Entschluss fassen und diesen radikal von Anfang bis Ende und ohne Ablenkung durch ziehen. Allerdings kennen wir alle genügend Leute (vermutlich inklusive unserer selbst), die ihre Ziele eben nicht erreichen, oder wenn dann nur mit großen Unterbrechungen, Schwierigkeiten etc. 

Laut Sethis soll es, basierend auf Forschungsergebnissen, zwischen 30 und 66 Tagen dauern, bis man eine Aktivität sooft wiederholt hat, dass es sich ungewohnt anfühlt, wenn man dieser Aktivität nicht nachgeht. Somit sei letztlich eine Gewohnheit geschaffen. Bei einfacheren Gewohnheiten können es auch nur 20 Tage sein. Hier soll Pavlok letztlich helfen, denn dran zu bleiben ist extrem wichtig. Das heißt: in 30-66 Tagen sei es möglich, eine neue Person zu werden.

Wie Aristoteles , der bekannte Philosoph der griechischen Antike (384 v. Chr. – 322 v. Chr.) schon sagte:

Wir sind das was wir wiederholt tun.
Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.

Warum also Belohnung und Bestrafung?

Laut Sethi sei Bestrafung eine wirkungsvolle Möglichkeit, um zu beginnen; und Belohnung trage dazu bei, dass man dran bleibe.

Was wird man von Pavlok erwarten können?

Was genau alles möglich sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ganz klar. Dies liegt daran, dass Pavlok noch in der Entwicklungsphase ist und offiziell erst Anfang (?) 2015 verkauft wird. Die Hardware, also das Armband selber, sei zwar schon ausgereift, aber an der Software müsse noch gearbeitet werden. Zur Software gehört auch die App, die einem mit einer Auswahl an Zielen / Gewohnheiten versorgt. Stand heute scheint es zum Verkaufsstart in 2015 mindestens 3 Ziele zu geben, für die man Pavlok verwenden kann:

  • Früher aufstehen
  • Fit werden und fit bleiben
  • Produktiver werden
pavlok design app

Design-Entwürfe der Pavlok App (Foto: pavlok.com)

Genauere Details werden also erst noch im Laufe der Zeit klar werden. Was die Auswahl an Zielen anbelangt, so wird sicherlich auch viel darauf ankommen, wie stark die von Pavlok angebotene API von Software-Entwicklern angenommen wird, bzw. von Geschäftsleuten, die in der Entwicklung kostenpflichtiger Pavlok Anwendungen eine Möglichkeit für Anwendernutzen und letztlich auch Profit sehen. Die Auswahl an Apps wird sicherlich nicht unwesentlich zum Erfolg beitragen, wie man ja auch am Erfolg der Smartphones sehen konnte. Wenn es nach dem Gründer geht, wird dem Benutzer über kurz oder lang ein ganzes Ökosystem an Apps zur Verfügung stehen.

Im Herbst 2014 ist eine Pavlok Crowdfunding Kampagne geplant. Das heißt, dass jeder Interessierte in der Lage sein wird, seinen Obolus beizusteuern, im Gegenzug für eine mehr oder weniger kleine Aufmerksamkeit – je nach beigetragenem Obolus. Der Preis des Armbandes ist, Stand Sommer 2014, bei US$ 149,- angesetzt, was ca. € 111 entspricht. Damit liegt es derzeit im mittleren Preissegment für Activity Tracker Armbänder.

Nicht ganz unwesentlich wird vermutlich auch der Aspekt potentieller Gesundheitsbedenken sein. Sethi selber sagt, man brauche sich keine Gedanken um die Gesundheit machen. Können aber z.B. auch Menschen mit einem Herzschrittmacher oder mit dem Herzen her vorbelastete Menschen das Armband verwenden? 

Man darf sicherlich gespannt sein, was Pavlok letztlich in der Lage sein wird zu leisten, zusammen mit dem Nutzer des Produkts. Sollte es seine Versprechen halten und die dann natürlich hohen Erwartungen erfüllen können, dürfte dem Unternehmen großer Erfolg winken. Interessant ist die Idee allemal, da nicht jeder ohne Belohnung und/oder Bestrafung den Willen aufbringt, um sich einer schlechten Gewohnheit zu entledigen oder sich eine gute Gewohnheit anzueignen. Somit könnte es die Lücke füllen, die bisher vermutlich noch kein Gerät besetzt – zumindest keines der momentan verfügbaren wearables. Aufmerksamkeit hat Sethi mit Pavlok auf jeden Fall schon eine Menge generiert, u.a. auch als Hauptredner auf der Veranstaltung der Royal Medical Society in London im Sommer 2014.

Mehr Info zu Pavlok findest Du auf der Webseite des Herstellers.

Sicherlich, es mag verrückt klingen, Strom einzusetzen.
Aber manchmal funktioniert das Verrückte.
– Maneesh Sethi

pavlok maneesh sethi

Maneesh Sethi (Foto: angel.co/pavlok)

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