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Metabolisches Syndrom: Entstehung, Gefahren, Bekämpfung

metabolisches Syndrom: Viszerales Fett | kohlenhydrate-tabellen.com

Der Begriff Metabolisches Syndrom ist immer häufiger zu hören, wenn es um Übergewicht und Abnehmen geht. Aber worum geht es hierbei genau, bist Du ebenfalls betroffen, welche Gefahren lauern und wie kannst Du es bekämpfen? Diesen Fragen gehe ich hier für Dich nach. 

Bitte beachte: Dieser Beitrag stellt in keiner Weise einen ärztlichen Ratschlag dar. Zweck dieses Beitrags ist nicht, den Besuch eines Arztes oder die Behandlung durch einen Arzt zu ersetzen. Dieser Beitrag soll lediglich generell, unverbindlich aber nicht abschließend über die Studienlage informieren.

Was ist das metabolische Syndrom?

Unter drei Bezeichnungen ist das sogenannte metabolische Syndrom in der Literatur zu finden:

  • metabolisches Syndrom,
  • Reaven-Syndrom und
  • Syndrom X.

Dass das metabolische Syndrom als „tödliches Quartett“ gilt, verdankt es den folgenden vier Aspekten:

  • abdominelles Übergewicht(auch bekannt als Viszeralfett)
  • im Zusammenwirken mit Bluthochdruck,
  • einer Fettstoffwechselstörung, die mit Hypertriglyzeridämie und niedrigem HDL-Cholesterin und
  • einer Insulinresistenz einer gestörten Glukosetoleranz und/oder Diabetes einhergeht (Quellen: siehe Fußnoten 1, 2 am Ende dieses Beitrags).

Eine Ernährungsweise mit vielen Kalorien plus chronischer Bewegungsmangel bieten die idealen Grundlagen für ein metabolisches Syndrom (3). Vor allem stark zuckerhaltige Softdrinks, die nicht selten in großen Mengen konsumiert werden, stellen einen unterschätzten Risikofaktor für Diabetes, Übergewicht und ein metabolisches Syndrom dar (4, 7).

Heutzutage haben immer mehr Kinder und Jugendliche Übergewicht und „Altersdiabetes“. Auch bei jungen Menschen ist das metabolische Syndrom leider schon anzutreffen (5, 14, 15, 16).

Aus dem nach und nach entstehenden Bauchfett bzw. Übergewicht entsteht die Insulinresistenz. Durch Insulin wird im Normalfall der Blutzuckerspiegel ausgeglichen.

Außerdem versorgt das Hormon die Muskeln und das Fettgewebe mit Glukose. Zuviel Glukose im Blut stresst die Bauchspeicheldrüse. Der erhöhte Insulinspiegel sorgt dafür, dass die Bauchspeicheldrüse ermüdet und die Wirkung des Insulins nachlässt. Die nachfolgende Insulinresistenz entwickelt sich dann nicht selten zu Diabetes Typ 2.

Entscheidenden Einfluss auf ein metabolisches Syndrom wird dem Fettgewebe am und im Bauch zugeschrieben (3).

Dieses Fettgewebe wirkt – im Unterschied zu Fettgewebe, das sich an anderen Körperstellen angesiedelt hat – wie ein eigenständiges, endokrines Organ. Es ist äußerst stoffwechselaktiv. Bauchfett wirkt also wie ein Hormon. Es löst die verhängnisvolle Verkettung von Faktoren aus, die zusammen Fettstoffwechselstörungen und Diabetes entstehen lassen und in der Folge ein metabolisches Syndrom verursachen (17).

Die Prozesse, die im Körper dazu beitragen, sind komplex. Sie beinhalten unbemerkt ablaufende Prozesse auf mehreren Ebenen.

Nach Theorien eines kanadischen Gastroenterologen ist unsere moderne Ernährung mit Unmengen raffiniertem Zucker, Weißmehl und raffinierten Speiseölen Schuld am metabolischen Syndrom. Das aber würde bedeuten, dass eine Ernährungsumstellung, z.B. hin zu Low Carb, ein bereits im Entstehen begriffenes metabolisches Syndrom heilen könnte.

Gefahren des metabolischen Syndroms

Das Gefahrenpotenzial bei einem Zusammenwirken des tödlichen Quartetts liegt in der Vervielfachung der bekannten Risiken, die bereits die Einzelerkrankungen mit sich bringen (6, 18).

Schon beim Vorliegen von entweder Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen bestehen erhöhte Risiken, an ernsthaften Folgeerkrankungen wie Arteriosklerose und koronaren Herzerkrankungen zu leiden oder an einem Herzinfarkt bzw. einem Schlaganfall zu sterben (19).

Ein metabolisches Syndrom vervielfacht die Risiken, für einen vorzeitigen Tod.

Bei Frauen bestehen deutlich höhere Risiken als bei Männern, weil Frauen aufgrund genetischer Dispositionen mehr Fettgewebe einlagern (6). Ein sitzender Beruf und dadurch bedingte chronische Bewegungsarmut können eine spätere Erkrankung ebenfalls begünstigen (8).

Wenn Du Dich in dem oben beschriebenen Lebensstil wiedererkennst und an Übergewicht leidest, dann gehört Deine Lebens- und Ernährungsweise wohl auf den Prüfstand.

Bekämpfung des metabolischen Syndroms

Bei der Behandlung eines metabolischen Syndroms ist das erste Ziel, das Übergewicht am Bauch abzubauen.

Der Abbau von Übergewicht kann mittels Bewegung und einer sinnvollen Form von Low Carb Ernährung erfolgreich eingeleitet werden. Low Carb definiere ich als eine Ernährung, die vergleichsweise wenige Kohlenhydrate, vergleichsweise viele hochwertige Fette und relativ viele Proteine beinhaltet. Liegen bereits Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und/oder eine Fettstoffwechselstörung vor, müssen diese gesondert behandelt werden, gegebenenfalls medikamentös.

Zwei Studien von 2005 und 2007 legten erstmals nahe, dass die Symptome eines Reaven-Syndroms verbessert werden können, wenn der Kohlenhydratanteil in der Ernährung drastisch reduziert wird (9,10), was also für Low Carb spricht.

2011 bewies eine weitere Studie, dass ein hoher Anteil an Kohlenhydraten und ungesunden Fetten in der Nahrung von Labortieren ein metabolisches Syndrom auslösen kann (11). Damit war nachgewiesen, dass eine sehr kohlenhydrat- und kalorienreiche Ernährung alle Einzelerkrankungen auslösen konnte, die am Ende das metabolische Syndrom zu einem tödlichen Quartett machen.

Der Idealfall wäre also, durch eine Umstellung der Ernährung das Entstehen aller Einzelerkrankungen zu verhindern, die zum metabolischen Syndrom führen. Insbesondere der Bauchumfang sollte (z.B. mit einer Low Carb Ernährung) und vermehrter Bewegung verringert werden. Die Betonung liegt auf Bewegung, das es nicht unbedingt auf Sport sein muss, wie Du in meinem kostenlosen Low Carb Crashkurs lernst.

Zum anderen könnte bei einem bereits vorhandenen metabolischen Syndrom der effektivste Behandlungsansatz darin bestehen, die Risikopotenziale einzelner Risikofelder wie Diabetes, Bluthochdruck oder Übergewicht möglichst weit zurückzufahren. Auch hier könnte die Ernährungsumstellung auf Low Carb einen effektiven, unterstützenden Ansatz bieten.

Dies sollte jedoch ein Arzt entscheiden, der sich sowohl mit den traditionellen Behandlungsmethoden (= Medikamenten), als auch mit den alten und neueren Ernährungsansätzen auskennt, mit denen das metabolische Syndrom bekämpft werden kann.

Tatsächlich hat eine Reduzierung der Kohlenhydrate eine bessere Wirkung auf das Reaven-Syndrom als die Verringerung des Fettanteils in der Nahrung (12, 13).

Dieses Ergebnis brachte unter anderem eine 12-wöchige Studie hervor. In dieser wurden mehrere Ernährungsformen in ihren Effekten auf das Syndrom X miteinander verglichen. Daraus resultierte die Behandlungsempfehlung, bei erhöhten kardiovaskulären Risiken und dem metabolischen Syndrom die Kohlenhydrataufnahme drastisch zu senken. Bitte beachte: das heißt aber nicht ‚keine’ Kohlenhydrate (wie Du ebenfalls in meinem kostenlosen Low Carb Crashkurs erfahren kannst).

Bemerkenswert: Eine vermehrte Aufnahme von Fetten hatte keine Verschlechterung des metabolischen Syndroms zur Folge. Die bisherige Annahme, dass Diabetes und Syndrom X durch eine reduzierte Fettaufnahme verbessert werden können, erweisen sich womöglich als falsch (13). Stattdessen scheint ein Low Carb Ansatz effektiver, vor allem wenn er mit hochwertigen Fetten kombiniert wird. Es wird immer öfter nachgewiesen, dass eine Reduktion von Kohlenhydraten alle beitragenden Faktoren verbessern kann (13).

Vielleicht interessiert Dich in diesem Zusammenhang auch meine Beiträge, welche Krankheiten für Übergewicht verantwortlich sein können, welche Medikamente Dich am abnehmen hindern und welche Ursachen für Übergewicht es geben kann.

Quellenangaben zu diesem Beitrag

(1) Eckel, Grundy, Zimmet: The metabolic syndrome. In: Lancet. (2005); 365(9468), S. 1415–1428
(2) http://circ.ahajournals.org/content/112/17/2735.short
(3) https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-0-387-32164-6_8
(4) http://circ.ahajournals.org/content/116/5/480.short
(5) http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1399-5448.2007.00271.x/full
(6) http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0735109706026581
(7) http://circ.ahajournals.org/content/110/10/1245.short
(8) http://diabetes.diabetesjournals.org/content/56/11/2655.short
(9) J. S. Volek, R. D. Feinman: Carbohydrate restriction improves the features of Metabolic Syndrome. Metabolic Syndrome may be defined by the response to carbohydrate restriction. In: Nutr Metab (Lond). Band 2, Nr. 1, 2005, S. 31, doi:10.1186/1743-7075-2-31, PMID 16288655, PMC 1323303 (freier Volltext) – (englisch).
(10) Eric C Westman, Richard D Feinman u. a.: Low-carbohydrate nutrition and metabolism. In: Am J Clin Nutr August 2007 vol. 86 no. 2. ajcn.org, 1. August 2007, S. 276–284, abgerufen am 20. Juni 2012 (englisch).
(11) http://journals.lww.com/cardiovascularpharm/Abstract/2011/01000/High_carbohydrate_High_fat_Diet_induced_Metabolic.8.aspx
(12) https://link.springer.com/article/10.1007/s11745-008-3274-2
(13) https://nutritionandmetabolism.biomedcentral.com/articles/10.1186/1743-7075-5-9
(14) http://www.drclaudiaanrig.com/research/Metabolic%20Syndrome%202007.pdf
(15) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3715098/
(16) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2720902/
(17) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21737960
(18) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28130064
(19) http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1931524416303097

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