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Krankheiten als Ursache für Übergewicht

Krankheiten & Übergewicht | Kohlenhydrate-Tabellen.com

Bewusst oder unbewusst können Krankheiten und die entsprechenden Medikamente dafür sorgen, dass Du auf der Waage einen Stillstand erlebst, oder sogar ständig zunimmst. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag auf diesen doch sehr wichtigen Aspekt eingehen.

Im Folgenden wollen wir uns in alphabetischer Reihenfolge ansehen, welche Erkrankungen ein Abnehmen verhindern oder zu ungewollten Gewichtszunahmen führen, selbst wenn Du eine an sich vernünftige Form von Low Carb als langfristige und nachhaltige Ernährung gewählt hast.

Bitte beachte: Dieser Beitrag stellt in keiner Weise einen ärztlichen Ratschlag dar. Zweck dieses Beitrags ist nicht, den Besuch eines Arztes oder die Behandlung durch einen Arzt zu ersetzen. Dieser Beitrag soll lediglich generell, unverbindlich aber nicht abschließend über die Studienlage informieren. Es handelt sich sicherlich nicht um eine abschließende Liste. Auch geht der Beitrag nicht ins Detail, sondern gibt lediglich in aller Kürze einen generellen Überblick.

Bluthochdruck

Bluthochdruck ist eine Volkserkrankung, die durch hohe Cholesterinwerte, genetische Faktoren oder andere Verursacher begünstigt wird (Quelle: siehe Fußnote 6 am Ende dieses Beitrags).

Hoher Blutdruck löst nicht nur eine Vielzahl von weiteren Erkrankungsrisiken aus (3, 7), sondern kann auch Übergewicht verursachen. Dies ist insbesondere im Zusammenwirken mit Diabetes oder anderen Risikofaktoren der Fall, die Übergewicht begünstigen und Diätversuche zunichtemachen.

Chronischer Stress

Zusätzlich zum akuten Stress als einer der Gründe für Übergewicht, können tiefe Trauer, chronischer Stress durch Umweltbelastungen oder Lärm, sowie anhaltende Angstzustände - beispielsweise durch Mobbing oder Stalking – im Organismus chemische Substanzen wie das Hormon Kortisol freisetzen.

Diese können im Organismus die Bereitschaft erhöhen, mehr Fettzellen einzulagern (1, 8, 10). Das kann auch beim Reizdarmsyndrom, bei posttraumatischen Stresserkrankungen oder Depressionen geschehen (4).

Außerdem können solche Zustände das Essverhalten erheblich beeinflussen (9, 11).

Im Falle von (chronischem) Stress kann man natürlich immer nach Wegen suchen, um den Stress zu bekämpfen. Im Idealfall findet man die Wurzel des Übels und rottet dieses aus. Dies kann ein langwieriger Prozess sein. Abhilfe können hier in der Zwischenzeit Ansätze schaffen, die zumindest die Symptome lindern (*).

Cushing Syndrom

Beim Cushing Syndrom produzieren die Nebennieren zu viel Kortisol.

Dadurch lagern sich vermehrt Fettzellen ein, bevorzugt am Bauch, am oberen Rücken und im Gesicht. (1, 2).

Normalerweise sorgt eine angemessene Menge an Kortisol im Blut für eine schnelle Verstoffwechselung von Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen (2).

Depressionen

Zum einen können Depressionen die Betroffenen zum „Trostessen“ verleiten (11). Zum anderen werden depressive Menschen oft mit starken Antidepressiva behandelt. Diese können zu einer beträchtlichen Gewichtszunahme führen (1, 15, 17).

Hier kann ein mit dem Arzt abgesprochener Wechsel solcher Medikamente sinnvoll sein, um den Gewichtszuwachs einzuschränken bzw. die Unfähigkeit zu unterbinden, abzunehmen.

Diabetes

Bei Diabetikern ist der Blutzuckerwert zu hoch. Diabetes Typ 1 kann durch einen Mangel an Insulin verursacht werden. Diabetes Typ 2 entsteht durch ein Versagen der Zellen beim Abtransport des ausgeschütteten Insulins (3) im Blut.

Als Folge treten vermehrter Hunger, starker Durst und eine Gewichtszunahme auf. Übergewichtige Diabetiker nehmen oft nur schwer ab (5, 12, 16).

Hormonelle Veränderungen

Manche Frauen legen an Gewicht zu, wenn sie in die Wechseljahre kommen oder anderen hormonellen Veränderungen unterworfen sind - zum Beispiel durch eine Schwangerschaft (1).

Siehe hierzu bei Interesse auch meinen verwandten Beitrag, wie sich Übergewicht auf den Wunsch nach einer Schwangerschaft auswirken kann.

Insulinresistenz

Die Hyperinsulinämie oder Insulinresistenz ist ebenfalls ein Zustand, der einen Gewichtszuwachs verursachen kann (1). Hohe Insulinlevel im Blut führen oftmals dazu, dass die Betroffenen zunehmen (2).

Zusammen mit anderen gesundheitlichen Parametern kann die Hyperinsulinämie außerdem zum metabolischen Syndrom führen (auch bekannt unter den Bezeichnungen Syndrom X oder Reaven-Syndrom).

Nachdem der Organismus gegen das Insulin resistent geworden ist, geraten auch andere Hormone aus der Balance und verändern damit auch die Fettverbrennung (1, 2, 4).

Beachte in diesem Zusammenhang auch meinen separaten Beitrag zum Thema metabolisches Syndrom.

Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems

Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfall oder andere kardiovaskuläre Erkrankungen bergen das Risiko, übergewichtig zu werden oder das Übergewicht nicht wieder loszuwerden (5).

Einige der Risikofaktoren für solche Erkrankungen sind in dieser Auflistung wiederzufinden.

Niedriger Serotoninlevel

Der Einfluss von Serotonin auf unsere Körperfunktionen ist weitreichend.

Unter anderem kann ein niedriger Serotoninspiegel den Stoffwechsel beeinflussen und als Appetithemmer wirken (18, 19).

Der Serotonin-Spiegel wird häufig durch vermehrten Verzehr von Süßigkeiten wieder angehoben (4). Das steht dann natürlich einem Gewichtsverlust entgegen.

Polyzistische Eierstöcke bzw. PCO-Syndrom

Hormonelle Dysbalancen bei Frauen, ausgelöst durch Zysten an den Eierstöcken, führen zu vielen körperlichen Symptomen - unter anderem auch zu einem Gewichtszuwachs, der nicht auf einem Übermaß an verzehrten Kalorien beruht (1).

Vielmehr sorgt ein hoher Östrogenspiegel gelegentlich für das zusätzliche Körpergewicht (4).

Außerdem können die Blutzuckerwerte erhöht sein und die Nebennieren zu viel Kortisol ausschütten (5), sodass eine Gewichtszunahme praktisch vorprogrammiert ist.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Das Schilddüsenhormon sorgt üblicherweise dafür, dass der Organismus mehr Fettzellen verbrennen kann. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse verlangsamt sich der Stoffwechsel.

Die Betroffenen lagern mehr Fettzellen ein, als sie verbrennen (1, 2, 4, 5) - oder sie sind unfähig, bereits vorhandene Fettdepots abzubauen.

Leider bleibt eine Unterfunktion der Schilddrüse oft lange unentdeckt. Durch eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen ließe sich das zusätzliche Gewicht mit der Zeit ausgleichen - wenn das Abnehmen bereits eingelagerter Fettdepots nicht so schwer wäre.

Welche Medikamente verhindern das Abnahmen?

Diverse Medikamente können zu Gewichtszuwächsen führen (1, 13, 14). Zu ihnen gehören u.a.

  • Diabetesmedikamente,
  • Medikamente gegen Psychosen oder Schizophrenie,
  • Beta-Blocker gegen Herzbeschwerden und Blutdruckprobleme,
  • Antidepressiva,
  • Hormonersatz-Therapien,
  • hormonelle Verhütungsmittel,
  • Kortikosteroide, z. B. gegen Asthma,
  • oder Antiepileptika.

Der Grund liegt darin, dass diese Medikamente zum Teil den Appetit steigern oder den Stoffwechsel verändern. Bei manchen Medikamenten wissen die Wissenschaftler nicht, warum die Einnehmenden nicht abnehmen können, sondern eher Gewicht zulegen (1).

Generell neigen Frauen zu einem größeren Gewichtszuwachs durch Fetteinlagerungen, während bei Männern die Muskelmasse größer ist und mehr Energie verbraucht.

Die Liste der oben genannten Medikamente ist nur rudimentär. Deswegen habe ich einen separaten Beitrag verfasst, welche Medikamente das Abnehmen verhindern oder Übergewicht verursachen können.

Fazit

Prinzipiell mangelt es nicht an Krankheiten, die für sich oder auch in Verbindung mit Medikamenten dazu führen können, dass Du nicht abnimmst oder sogar stetig zunimmst.

Positiv betrachtet hättest Du damit sogar eine Erklärung, warum Du trotz dauernder und sogar strenger Diätversuche nicht abnimmst, vielleicht noch nicht einmal mit einer sinnvollen Version von Low Carb. Sobald eine Krankheit erkannt ist, kann man sich zumindest gezielt an deren Bekämpfung machen, in der Hoffnung, dass man diese erfolgreich überwindet, die Medikamente absetzen und somit den Weg zum Wunschgewicht ebnet.

Ob Du bei einer der genannten der anderen Erkrankungen nun zuerst die Krankheit bekämpfen solltest, um Dich dann der Ernährung zu widmen, oder ob die Ernährung dabei helfen kann, die Krankheit zu bekämpfen (siehe am Beispiel Keto bei Krebs), ist letztlich oftmals wohl eine Frage wie die, ob nun das Huhn oder das Ei zuerst da war...

Sicherlich gibt es (Zivilisations-) Krankheiten, bei denen man mittlerweile (wieder) erkannt hat, dass die Ernährung einen starken Einfluss haben kann, sowohl bei der Entstehung als auch bei der Bekämpfung einer Krankheit. Hierzu zählen vor allem die Autoimmun Erkrankungen (also z.B. Rheuma, Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn, Schuppenflechte, Hashimoto, Neurodermitis, Diabetes Typ 1, Multiple Sklerose etc).

Falls Dich übrigens speziell dieses letztgenannte Thema interessiert, dann möchte ich Dich hier abschließend noch auf die Inhalte des online Autoimmun-Kongresses von Susann Goldau hinweisen. Weitere Informationen findest Du hier: kohlenhydrate-tabellen.com/autoimmun-kongress-info (*).

Quellen zu diesem Beitrag:

(1) http://www.webmd.com/diet/obesity/features/why-arent-you-losing-weight#1
(2) http://www.livestrong.com/article/333705-metabolic-disorders-that-prevent-weight-loss/
(3) http://www.thehealthsite.com/fitness/5-diseases-you-can-prevent-with-weight-loss/
(4) http://www.chatelaine.com/health/wellness/imbalances-halting-your-weight-loss/
(5) http://www.canadianliving.com/health/nutrition/article/6-surprising-health-conditions-that-hinder-weight-loss
(6) http://www.webmd.com/heart-disease/guide/heart-disease-prevent#1
(7) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15107009
(8) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC208820/
(9) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4214609/
(10) http://edition.cnn.com/2017/02/23/health/stress-weight-gain-study/index.htmlhttps://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3963684/
(11) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3963684/
(12) https://www.diabetesselfmanagement.com/nutrition-exercise/weight-loss-management/why-cant-i-lose-weight/
(13) http://www.prevention.com/weight-loss/6-medications-that-cause-weight-gain-and-how-you-can-fight-back/slide/1
(14) http://www.medicinenet.com/script/main/art.asp?articlekey=56339
(15) http://www.huffingtonpost.com/judith-j-wurtman-phd/weight-loss-10-tips-to-pr_b_629564.html
(16) http://www.diabetesforecast.org/2012/oct/diabetes-medications-and-their-effect-on-weight.html
(17) https://www.psychologytoday.com/blog/the-antidepressant-diet/201609/why-is-it-so-hard-lose-weight-after-antidepressants
(18) https://www.psychologytoday.com/blog/the-antidepressant-diet/201008/serotonin-what-it-is-and-why-its-important-weight-loss
(19) http://www.chatelaine.com/health/wellness/imbalances-haltin

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Bildnachweis: pixabay Mitglied ar130405, CC0 Creative Commons


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