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Ist Zitronenwasser gut für uns? (ein Blick in wissenschaftliche Studien)

Wirkungen von Zitronenwasser | Kohlenhydrate-Tabellen.com

Wenn Du viel Zeit damit verbracht hast, populäre Diät-Webseiten zu durchstöbern, hast Du wahrscheinlich schon Artikel über die vielen Vorteile von Zitronensaft oder Wasser mit Zitronensaft gesehen. In den letzten Jahren hat sich Zitronenwasser dank einer Vielzahl von Persönlichkeiten, prominenten Ärzten und populären Diäten von einer einfachen Geschmacksvorliebe zu einem Gesundheitstrend entwickelt. Zitronen sind Früchte, und Früchte sind im Allgemeinen gesund; aber einige der Behauptungen über Zitronenwasser erwecken den Eindruck, es könne Wunder vollbringen. In diesem Artikel werden wir uns acht dieser Behauptungen ansehen.

Vorab:

  • Dieser Beitrag hat nicht die Absicht, einen medizinischen Ratschlag zu geben oder einen solchen zu ersetzen. Ich werde einfach ein paar relevante und repräsentative Studien in aller Kürze zusammenfassen. Ich lade Dich ein, Deine eigenen Recherchen vorzunehmen und den Arzt Deines Vertrauen um Rat zu fragen. Die hier herangezogenen Studien findest Du am Ende des Beitrags.
  • Ich garantiere nicht, dass meine Betrachtung abschließend ist. Es kann durchaus sein, dass es ernstzunehmende Studien gibt, die eine oder mehrere der unten genannten Behauptungen widerspruchsfrei bestätigen.

1. Behauptung: Zitronenwasser entgiftet den Körper

Es ist nicht klar, ob Zitronenwasser unseren Körper entgiftet, und wenn ja, in welchem Maße. Wir können höchstens sagen, dass es einen plausiblen Mechanismus gibt, durch den Zitronenwasser unserer Leber helfen könnte, den Körper zu entgiften.

2. Behauptung: Zitronenwasser baut uns auf

Es gibt keinen direkten Beweis dafür, dass Zitronenwasser unsere Stimmung oder Energie verbessern kann. Alle diese Behauptungen basieren auf weniger als plausiblen ‚Hochrechnungen‘ aus Studien über Vitamin C, Zitronenöl-Aromatherapie und Luftionisatoren.

3. Behauptung: Zitronenwasser hilft der Verdauung

Es ist plausibel, dass Zitronensaft die Magenentleerung verlangsamen und so die Glukose nach dem Essen („postprandial“) reduzieren und gleichzeitig die Nährstoff-Aufnahme verbessern könnte. Aber derzeit gibt es kaum Hinweise darauf, dass Zitronenwasser die Verdauung fördert.

4. Behauptung: Zitronenwasser schützt vor säurehaltiger Ernährung

Unser Körper hält nicht nur den pH-Wert des Blutes innerhalb eines strengen Bereichs, sondern selbst innerhalb dieses Bereichs wird Zitronenwasser wahrscheinlich keine sinnvolle Wirkung haben.

5. Behauptung: Zitronenwasser hilft beim Abnehmen

Zitronenwasser hat keinen einzigartigen, nachgewiesenen Nutzen für die Gewichtsabnahme. Aber es kann beim Abnehmen helfen, wenn es jemanden dazu bringt, mehr Wasser zu trinken. (Bei älteren Erwachsenen kann das Trinken von Wasser vor den Mahlzeiten dazu führen, dass diese Personen weniger essen).

6. Behauptung: Zitronenwasser bekämpft Krebs und Herzkrankheiten

Zitronenwasser enthält nicht genug Zitrone, um eine plausible vorbeugende oder gar heilende Wirkung zu haben.

7. Behauptung: Zitronenwasser verhindert Erkältungen

Es gibt einige Tierversuche, die belegen, dass einige Chemikalien in Zitronen Erkältungen bekämpfen können. Aber wir wissen nicht, ob diese Vorteile auch für den Menschen gelten, und wenn ja, ob durch das Trinken von Zitronenwasser ausreichend hohe Dosen erreicht werden können.

8. Behauptung: Zitronenwasser hilft gegen Nierensteine

Aufgrund ihres Zitronensäuregehalts sollten Zitronen dazu beitragen, die Bildung von Nierensteinen zu verhindern und deren Wachstum zu reduzieren. Im Gegensatz zur Wirkung einer Einnahme von Kaliumzitrat ist diese Wirkung jedoch nicht explizit getestet worden.

Hat Zitronenwasser negative Nebeneffekte?

Der einzige bekannte negative Effekt von Zitronenwasser ist seine abtragende Wirkung auf den Zahnschmelz.

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Fazit

Zitronensaft trägt nicht wesentlich zu unserer Mikronährstoff-Aufnahme bei, aber er enthält auch nicht sehr viele Kalorien.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Zitronen im Allgemeinen gesund sind, wie die meisten Früchte auch. Zitronensaft enthält gewisse Mengen an nützlichen Mikronährstoffen und Phytochemikalien, aber es ist unklar, ob unter allen Früchten die Zitrone einzigartig wertvoll ist.

So sehr ich selber auch wünschte, dass wir alle gesundheitlichen Probleme mit einem einzigen Lebensmittel bekämpfen könnten, darf man dennoch keine überzogenen Erwartungen haben. Ich kann verstehen, dass manche Menschen nicht von rationalen Aspekten überzeugt werden können und stattdessen weiterhin an die Wirksamkeit so mancher Lebensmittel bei Krankheiten usw. glauben. Das ist auch nicht ganz unverständlich, denn manachmal kann der Glaube bekanntlich ja Berge versetzen. Und außerdem gibt es da ja auch noch so etwas wie den Placebo-Effekt.

Insofern: Ich denke, dass man einserseits Zitronenwasser nicht per se als ein Wundermittel ansehen sollte. Andererseits dürfte es in den meisten Fällen auch nicht schaden, Zitronenwasser zu konsumieren – und auf die gewünschten positiven Aspekte zu hoffen.

Das Anliegen dieses Beitrags ist in erster Linie ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass es nicht die vereinzelten „Wundermittel“ sind, die unserer Gesundheit dienlich sind. In der Regel ist es eher die Gesamtheit einer vollwertigen Ernährung, die dazu beitragen dürfte. Ich nenne das „MehrNährung“.

Herangezogene Studien:

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Titelbild: Aline Ponce auf pixabay.com/