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Ist Xylit für Low Carb geeignet?

Bild: Xylit zum Abnehmen | kohlenhydrate-tabellen.com

Xylit ist ein Zuckeraustauschstoff, der immer wieder auftaucht, wenn es um die Frage geht: Wie kann ich meine Getränke und Speisen süßen, während ich mit Low Carb abnehmen will? Daher habe ich mich in diesem Beitrag mit der Frage beschäftigt, ob Xylit für Low Carb geeignet ist, wenn man also eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten bevorzugt.

Was ist Xylit, und woraus wird es gewonnen?

Xylit, auch als Birkenzucker oder Xylitol bekannt, ist ein süßender Lebensmittel-Zusatzstoff, der als Zuckeraustauschstoff unter der Bezeichnung E 967 verkauft wird. Dieser Zuckeralkohol ist von Natur aus in Getreidehalmen, verschiedenen Gemüsesorten oder Birken- und Buchenholz enthalten.

Gewonnen wird der industriell hergestellte Zuckerersatz in einem aufwendigen Verfahren aus Birkenhölzern, Getreidekleie, abgeschälten Maiskolbenresten oder Zuckerrohr-Bestandteilen.

Zunächst entsteht daraus Xylose, durch Druck und einen Katalysator dann das Xylit. Das komplexe Herstellungsverfahren verteuert den Preis. Hervorgehoben wird oft die Tatsache, dass Xylit kein Karies verursacht bzw. sogar davor schützt (1, siehe Fußnote am Ende dieses Beitrags).

Ist Xylit mit einer Low Carb-Ernährung kompatibel?

Die Suche nach Zuckerersatzstoffen, die den Blutzuckerspiegel nicht plötzlich in die Höhe treiben, ist unter Diabetikern ebenso verbreitet wie unter Low Carb-Fans. Verschiedene Studien fanden keine Blutzucker relevante Eigenschaft beim Xylit (2, 2a, 2c). Es kann bei Zuckeralkoholen jedoch zu Blähungen und Durchfällen kömmen (2b) - und zwar bereits bei vergleichsweise niedrigen Dosen.

Einige Studien berichten von einer Steigerung der Serumharnsäure und des Serumbilirubins bei hohen Dosen Xylit (3). Diese hohen Dosen werden im Regelfall bei einer ausgewogenen Ernährung nicht vorkommen.

Mit der Zeit gewöhnt sich der Körper in der Regel an das Xylit. Ob das gut ist, ist eine andere Frage, Langzeitstudien dazu scheinen mir nicht gerade reichlich. Die Debatte, ob Diabetiker oder Low Carb-Fans sich an Süßes gewöhnen sollten, steht weiterhin im Raum. Auch wenn durch diesen Zuckerersatzstoff keine Blutzuckerrelevanz gegeben ist und Xylit mit wenig Kalorien zu Buche schlägt, ist damit nicht automatisch gesagt, dass es sich um ein tatsächlich gesundes Süßungsmittel handelt.

Was bewirkt Xylit im Organismus?

Wenn Low Carb-Ernährung bedeutet, möglichst wenige der sogenannten schnellen Kohlenhydrate aufzunehmen, sind praktisch alle Zuckerarten das erste, was gestrichen wird. Das eliminiert aber noch lange nicht unseren angeborenen Hang zu Süßem. Dieser wird bereits durch die Laktose in der Muttermilch angefüttert (4).

Zudem wird unsere Präferenz für Süßes teilweise durch die Gene gesteuert (4a). Darum suchen sich viele Low Carb-Fans einen Zuckerersatz, der den Blutzucker nicht steigen lässt und das Gewicht nicht durch Fettanlagerungen vergrößert. Ziel einer Low Carb-Ernährung ist es häufig, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten und Übergewicht abzubauen. Xylit erscheint als eine der geeigneten Lösungen für beide Problemfelder. Im Vergleich zum Industriezucker hat Xylitol nur die Hälfte an Kalorien, aber dafür keine Kohlenhydrate (5). Genau gesagt, handelt es sich zu 100% um Zuckeralkohole. Diese werden nicht als Kohlenhydrate verstoffwechselt. Xylit kann daher behandelt werden, als enthielte das Süßungsmittel keine Kohlenhydrate.

Kritisch zu sehen ist am Xylit aber, dass ein Teil des Zuckerersatzstoffes als Fettbausteine verarbeitet werden. Erythrol (Xucker light) weist bezüglich der Kohlenhydrate dieselbe Eigenschaft auf. Erythrol hat aber im Vergleich mit Xylit (Xucker) mit seinen 240 Kalorien nur 20 Kalorien aufzuweisen. Für das Abnehmen wäre es also rein aus Perspektive der Kalorien geeigneter als Süßungsmittel (5).

Welche wissenschaftlichen Aussagen gibt es zu Xylit in puncto Gesundheit?

Vorab sei gesagt, dass nur eine quellenkritische Analyse, die den Auftraggebern wissenschaftlicher Studien nachgeht, verlässliche und tragfähige Bewertungen des Gesundheitswertes von Xylit liefern könnte. Diese intensive Recherche kann ich aber im Rahmen meiner hier kostenlos angebotenen Beiträge nicht leisten.

Intensive Lobbyarbeit darf im Bereich aller Zuckerersatzstoffe zumindest vermutet werden. Auf die Tricks der Nahrungsmittelindustrie bei der Deklaration von Zuckerersatzstoffen und ihrer Wirkung im Körper weist auch manche Studie hin (6).

Behauptet wird, dass Xylit als Zuckerersatz Karies und Osteoporose verhindern könne (7). Xylit sei für Diabetiker geeignet und für eine Low Carb-Ernährung ideal.

Bereits 2009 listeten Forscher mehr als 500 Studien zum Thema Xylitol und Karies auf. Über alle echten und angeblichen Gesundheitswerte des Xylits gibt es jedoch anhaltende Kontroversen - so auch über dieses Thema (8).

Es ist kaum festzustellen, wer Recht hat und wer falsch liegt. Offensichtlich sorgen gerade in Europa starke Interessengruppen dafür, dass solchen Süßungsmitteln nicht allzu viel gesundheitlicher Nutzen attestiert wird. Hinter solchen Bestrebungen dürften gleich mehrere Interessengruppen stehen.

Für Menschen kann der Konsum von Xylose anfangs mit Blähungen und Durchfällen behaftet sein. Das könnte dafür sprechen, dass der Zuckerersatzstoff nicht 100% bekömmlich ist, obwohl der Körper sich daran gewöhnen kann. Es gibt zudem wissenschaftliche Hinweise darauf, dass der Blutzuckerspiegel unter Xylitol-Einfluss durchaus ansteigen kann (9). Außerdem kann auch die industrielle Herstellung u. U. für gesundheitliche Spätfolgen bei häufigem Xylit-Genuss sorgen (10).

Randbemerkung: Erwiesen ist auch die Toxizität des Xylits für Hunde.

Fazit

Offensichtlich hängt es von der verzehrten Dosis ab, ob Xylit empfehlenswert ist oder nicht. Wie heißt es so schön: Die Dosis macht das Gift. Bei bestimmten Mengen kann Xylit nämlich wegen der dadurch entstehenden Verdauungsprobleme auf Umwegen zu Übergewicht führen (10).

Zum Beispiel zeitigt die Toxizität der Zuckeralkohole gelegentlich Wasseransammlungen im Bauchraum. Diese können entstehen, weil der Organismus den unbekömmlichen Zuckerersatzstoff bzw. den gärenden Zuckeralkohol ausspülen möchte (10).

In der Summe aller Dinge würde ich unverbindlich konstatieren, dass hin und wieder Xylit einem Low Carb-Esser nicht schaden dürfte. Besser scheint es mir allerdings zu sein, gänzlich auf solche Süßungsmittel zu verzichten - auch um sich anzugewöhnen, dem Drang nach etwas Süßem zu widerstehen (etwas, das ich auch in meinem Kurs Kopf schlägt Bauch empfehle). Zumindest während der Abnehmphase dürfte dies helfen. Wenn es dann später darum geht, nicht weiter abzunehmen, sondern Dein Gewicht zu halten, ist es OK, auch ab und an wieder Zuckerhaltiges zu Dir zu nehmen (natürlich am besten Süßstoffe, die natürlichen Ursprungs und möglichst wenig industriell verarbeitet sind).

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Quellen:
(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Xylit
(2) https://link.springer.com/article/10.1007/BF01479433
(2a) https://link.springer.com/article/10.1007/BF01485423
(2b) https://link.springer.com/article/10.1007%2FBF01481412?LI=true
(2c) Wolever TMS, Piekarz A, Hollands R, Younker K.: Sugar Alcohols and Diabetes: A Review. Canadian Journal of Diabetes, 2002; 26(4):356-362
(3) https://link.springer.com/article/10.1007%2FBF01583911?LI=true
(4) http://journals.lww.com/co-clinicalnutrition/Abstract/2011/07000/Innate_and_learned_preferences_for_sweet_taste.12.aspx
(4a) http://ajcn.nutrition.org/content/86/1/55.full
(5) https://www.soulfood-lowcarberia.de/blog/2011/06/23/suess-aber-kein-zucker/
(6) https://escholarship.org/content/qt0wb1k8g5/qt0wb1k8g5.pdf
(7) http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/852
(8) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2676064/
(9) https://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/diabetes/expert-answers/artificial-sweeteners/faq-20058038
(10) https://draxe.com/xylitol-side-effects/

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