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Insulinrestistenz… der Grund, warum alle Diäten bei Dir scheitern? (Interview nach 30kg weniger!)

Die Zahl derer, die jährlich und ohne dauerhaften Erfolg versuchen, das eine oder andere Kilo abzunehmen, dürfte weltweit sozusagen ins Unermessliche steigen. Oft heißt es, diese Menschen hätten einfach nicht das ausreichende Durchhaltevermögen oder sie seien schwach. Ist dem aber wirklich so? Meine Schwägerin machte das Gleiche mit: viele Diäten, kein Erfolg, viel Frust… Bis sie auf eine Ärztin traf, die einen Test auf Insulinresistenz mit ihr machte. Das Ergebnis: 30kg weniger nach weniger als eineinhalb Jahren! Hier ein kurzes schriftliches Interview, das ich mit ihr geführt habe – in der Hoffnung, dass wir damit vielen anderen in einer ähnlichen Situation einen wertvollen Gedankenanstoß liefern können.

Kannst Du kurz Deine Ausgangssituation beschreiben? Also wie viel Kilo Übergewicht Du hattest, was Du alles probiert hast und wie Du Dich in der ganzen Zeit in der Du vieles probiert hast gefühlt hast.

Mein Endgewicht war 88,9 Kilo bei einer Größe von 156cm. BMI von 36,6 also starkes Übergewicht / Adipositas (jetzt 24,2). Es wollte zwar nie jemand glauben, dass ich adipös bin, da ich zwar dick war, aber es ja noch dickere Menschen gibt.

Es war eher ein schleichender Prozess über Jahre. Schwanger mit der ersten Tochter, 62 Kilo; 6 Jahre später schwanger mit der zweiten Tochter, 72 Kilo. Dazwischen Diäten. Weight Watcher, FDH, Fitnessstudio.

Nach der zweiten Tochter stieg das Gewicht stetig. Wieder WW, Fitnessstudio, Stoffwechselkur,… immer nur kurzer Erfolg bis zu 5 Kilo vielleicht. Meistens nach 3-4 Kilo kam der normale Stillstand. Man ärgert sich, man muss auf so einiges verzichten und dann geht doch nichts weiter, man ist frustriert.

Zu klein gewordene Kleidung landet im unteren Teil des Schrankes (vielleicht passt man ja mal wieder rein, irgendwann gibt man es auf).

Meine Kleidergröße war dann bei 46.

Ein ehemaliger Klassenkamerad hatte sich einen Schlauchmagen setzen lassen. Das war so mein Anstoß. Ich wollte das auch. Alles essen können, nur in ganz kleinen Mengen halt.

An einem Depri-Abend googelte ich nach einer Magenverkleinerung. Und landetet nach einiger Zeit auf der Homepage meiner Ärztin. Ich schrieb ihr mitten in der Nacht, ob sie mir in ihrer Praxis nicht helfen könnte. (Hätte ich darüber geschlafen, hätte ich ihr wahrscheinlich nicht geschrieben…)

Meine Ärztin meinte „Kein Problem, das kriegen wir hin“. Ich musste 14 Tage lang ein Ernährungsprotokoll schreiben: früh, vormittags, mittags, nachmittags, abends, nachts. Ich war sehr genau und es war super peinlich, ich habe mich echt geschämt. Die Mengen waren es gar nicht, eher die Häufigkeit und die vielen Kohlehydrate. Dann wurde der Zuckertest gemacht. Tada… Insulinresistenz, wie meine Ärztin vermutet hatte. Und von da an (Juli 2020) nahm ich die Metformin.

Wie sieht die Einnahme dieser Medikamente die Du jetzt nimmst aus? Was nimmst Du, und wie oft?

  • ab Juli 2020 Metformin, 2 x täglich eine Tablette in der Früh und am Abend
  • ab Januar 2021 Victoza Spritze täglich
  • ab April gewechselt zu Ozempic, 1 x pro Woche

Gibt es neben den Vorteilen, auf die wir noch zu sprechen kommen, irgendwelche eher weniger angenehmen Aspekte dieser Behandlung? (unangenehme Nebenwirkungen die Du in Kauf nimmst, oder ähnliches)

Am Anfang von Metformin hatte ich viel Durchfall. Der zu viel eingenommene Zucker (egal ob durch Essen oder Getränke ) wird „umgewandelt“ in Wasser und Luft. Hatte da abends oft Magenkrämpfe. Einmal ließ ich auch einfach den Einkaufswagen stehen und fuhr ganz schnell nach Hause…

Die Spritzen machen den Magen träge, man ist schneller satt. Da war mir oft schlecht. Mit der Zeit lernt man normal und regelmäßig zu essen.

Hin und wieder esse ich zu viel Obst oder süßes, dann weiß ich aber schon das ich bald auf der Toilette sitze. Aber manchmal kann man nicht anders 🤪

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Wie schnell haben sich ab Beginn der Behandlung die gewünschten Ergebnisse eingestellt? Sowohl in Bezug auf Gewicht, als auch in Bezug auf Essgewohnheiten.

Nach Beginn im Juli 2020 waren nach 1 Monat 3-4 Kilo runter. Bis Januar 2021 dann 10 (ich konnte es kaum glauben). Mein Ziel war, nach einem Jahr 10-15 Kilo runter zu haben. Das schaffte ich schon nach einem halben Jahr. Dadurch steckte ich die Ziele höher. Bis zum Jahrestag des Beginns der Medikamenteneinnahme dann halt 20 Kilo. Es waren sogar knapp 25 Kilo. Heute sind es 30 Kilo.

Beim Essen war ich anfangs sehr vorsichtig, man will ja nicht auf der Toilette sitzen und Schmerzen haben. Ich sollte süße Getränke (auch Saft) weglassen. Lieber Zero oder light. Viel weniger Obst; ich dachte das geht nie. Obst sollte ich am besten in Verbindung mit Quark essen. Die Mengen wurden von alleine weniger. Ich wollte nicht mehr mehr als notwendig essen. Wenn ich satt bin, bin ich satt. Egal was noch am Teller ist. Wenn ich Lust auf Süßes habe, dann am besten gleich nach der Hauptmahlzeit. Funktioniert. Leider habe ich auch oft das Essen ganz vergessen und mich gewundert, wieso mir abends übel war. Wenn ich doch eh nichts gegessen hatte. Aber,… mir war schlecht vor lauter Hunger.

Jetzt esse ich morgens vor der Arbeit, mittags mit den Kinder und abends alle zusammen.

Wie fühlst Du Dich jetzt? 😊

Jetzt: eigentlich prima. Eingepackt in Kleidung sieht es toll aus, vor dem Spiegel ist es dann nicht mehr so schön. Das wird noch länger dauern. Die Resonanz meiner Umgebung tut sehr gut.

Wenn ich meine allgemeinen Werte nach über einem Jahr betrachte: 👍🏻 Alles fast im Normalbereich.

Musst Du die Tabletten und Spritzen jetzt für immer nehmen um das Ergebnis zu halten?

Die Spritzen kann ich irgendwann weglassen. Bei den Tabletten muss man schauen ob sich die Insulinresistenz gebessert hat oder sogar weg ist. Da dann meine Bauchspeicheldrüse wieder normal arbeitet und meine Ernährung angepasst ist, sollte es kein Problem sein, das Gewicht zu halten. Die „Angst“ bleibt schon, also dass man wieder dick wird. Ich möchte auch nicht, dass sich die Werte so weit verschlechtern, das ich dann Diabetes habe.

Gibt es irgendetwas, das Du zum Schluss noch hinzufügen willst, als wichtige Anmerkung für die Leser:innen? Irgendetwas, das sie wissen sollten?

Hm, auf Anhieb fällt mir gerade nichts ein. Ich weiß, das Medikamente keine Wunderwaffe gegen Übergewicht sind, aber sie können einen unterstützen und wieder auf den richtigen Weg bringen.

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Vielen Dank an meine Schwägerin für die Bereitschaft zu diesem Interview. Ich werde versuchen, auch von der behandelnden Ärztin noch ein Interview zu bekommen, entweder schriftlich oder per Videotelefonat, um dieses erste positive Bild, das meine Schwägerin gezeichnet hat, noch abzurunden.