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Frühstücken zum Abnehmen? Das fanden zwei Wissenschaftler heraus

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Frühstücken zum abnehmen | Kohlenhydrate-Tabellen.com

Frühstücken oder nicht frühstücken, das ist die Frage – vor allem auch dann, wenn Du abnehmen willst. Ich habe mich für meine Leser mit einer wissenschaftlichen Meta-Analyse befasst, die sich mit diesem Thema auseinandersetzte, und fasse das Ergebnis hier kurz zusammen – inklusive meiner eigenen Gedanken dazu.

Spätestens seitdem das Intervallfasten (z.B. das 16/8 Intervallfasten) in aller Munde ist, wird heftig darüber diskutiert, ob es nun gut oder schlecht ist, wenn Du ein Frühstück zu Dir nimmst und gleichzeitig abnehmen willst. Natürlich gibt es zu diesem Thema auch die eine oder andere Studie.

Hintergrund

Zwei unabhängige Gutachter haben sich daran gemacht, einige dieser Studien aus dem Zeitraum 1990 bis einschließlich 2018 auszuwerten. Sie wollten zu einem Ergebnis bezüglich der Frage kommen, ob Frühstücken nun gut oder schlecht ist, wenn Du abnehmen willst.

Die verwendeten Studien waren alle randomisierte kontrollierte Studien aus Hochlohnländern, durchgeführt an Erwachsenen.

Frühstücken wird seit Jahren als eine wichtige Strategie zur Gewichtsabnahme empfohlen. Diese Vorstellung wurde jedoch in erster Linie durch Beobachtungen gestützt, bei widersprüchlichen Ergebnissen unter den randomisierten kontrollierten Studien.

Diese Meta-Analyse untersuchte, wie sich der Frühstücksverbrauch auf das Körpergewicht (sieben Studien) und die tägliche Kalorien-Aufnahme (10 Studien) im Vergleich dazu auswirkt, das Frühstück zu überspringen (13 Studien insgesamt). In den Studien wurden vor allem übergewichtige und fettleibige Teilnehmer aus Ländern mit hohem Einkommen untersucht.

Ergebnis

Die Meta-Analyse dieser Studien kam zu dem folgenden Ergebnis:

Das Weglassen des Frühstücks führt basierend auf den Studien zu einer geringeren täglichen Energiezufuhr (sprich: geringere Kalorienaufnahme) und zu geringerem Körpergewicht im Vergleich dazu, ein Frühstück einzunehmen.

Nun haben wir also auf der einen Seite diejenigen, die sagen, dass man ja bei vielen Frühstück-Essern sehen könne, dass sie schlank seien und deshalb das Einnehmen eines Frühstücks empfehlen; und auf der anderen Seite haben wir diese Meta-Analyse mehrerer randomiserter kontrollierter Studien, die zu dem Ergebnis kommt, dass es in Punkto Abnehmen besser ist, kein Frühstück einzunehmen.

Diese Diskrepanz könnte durch die Tatsache erklärt werden, dass Frühstück-Esser auch andere gesunde Gewohnheiten haben, die die Gewichtserhaltung fördern.

Die Daten, die in diese spezifische Meta-Analyse einflossen, sind jedoch in der Regel kurzfristig und von geringer Qualität. Längere und hochwertigere Studien zu diesem Thema sind also notwendig.

Das solltest Du nicht übersehen

Ich denke, wir müssen uns an dieser Stelle eines klar machen:

Ein Großteil des Fokus auf das Thema Frühstück und Gesundheit liegt generell auf dem Frühstücken an sich, und nicht auf der letzendlichen Zusammensetzung des Frühstücks.

Es ist ein Unterschied, ob ich ein kohlenhydratreduziertes, protein- und nährstoffreiches Frühstück zu mir nehme, oder eines, das aus nährstoffarmen, industriell verarbeiteten Produkten besteht, die so hergestellt wurden, dass man mehr davon essen will.

So fördert beispielsweise der Verzehr von Eiern zum Frühstück während einer kalorienreduzierten Ernährungsumstellung die Gewichtsabnahme mehr als der Verzehr eines kalorienreduzierten Frühstücks aus belegten Brötchen (siehe hier oder hier). Insofern könnte es also im Hinblick auf das Abnehmen Sinn machen, ein proteinreiches Frühstück zu sich zu nehmen.

(Neben dem Körpergewicht kann Frühstücken auch Auswirkungen auf andere metabolische Parameter haben, wie z.B. die Insulinsensitivität. Siehe dazu hier und hier.)

Ob jemand frühstückt oder nicht wird bei den meisten nicht der eine, ausschlaggebende Faktor sein, um erfolgreich abzunehmen und schlank zu bleiben. Denn die beste Diät bzw. Ernährung ist diejenige, die Du langfristig anwenden kannst – weil sie Dir natürlich und nicht gezwungen vorkommt, und weil sie Deinem Körper alles gibt, was er an Nährstoffen braucht.

Es hilft Dir also nichts, das Frühstück wegzulassen, wenn Du es dann spätestens am Mittag mit Fressattacken zu tun hast, und Du mehr oder weniger unkontrolliert über hochkalorische, nährstoffarme Nahrungsmitteln herfällst. Genauso wenig hilft es Dir, zu frühstücken, wenn dieses Frühstück aus hochkalorischen und eher nährstoffarmen Nahrungsmitteln besteht, von denen Du dann schon bald noch mehr willst.

Ich würde Dir also raten, nicht beim Frühstück anzufangen. Denn es ist nur ein Teil des gesamten Puzzles. Stattdessen musst Du das Gesamtbild betrachten. Dieses Gesamtbild heißt für mich MehrNährung.

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Bildrechte: 

Foto von Heather Ford auf Unsplash.com

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