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Fipronil Gifteier-Skandal: Kannst Du bei Low Carb jetzt noch Eier essen?

Fipronil Gifteier Skandal | Kohlenhydrate-Tabellen.com

Der nächste Lebensmittel-Skandal zieht seine Kreise… Auch für die Liebhaber einer Low Carb Ernährung, also mit wenig Kohlenhydraten, hochwertigen Fetten und Eiweiß ist das ein Thema, das Verunsicherung schafft. Darf man jetzt überhaupt noch Eier essen? Auf diese Frage sowie den Skandal an sich gehe ich in diesem Beitrag kurz ein. 

Mit Fipronil verseuchte Eier: der Hintergrund

Erst war es ein kleiner Eier-Skandal, aber schon sehr rasch wurde es zu einem ausgewachsenen Gifteier-Skandal, bei dem sogar die Vermutung von krimineller Energie im Raum steht.

Millionen Eier aus den Niederlanden und einigen deutschen Herstellerbetrieben sind mit dem Insektizid Fipronil vergiftet. Für Low Carb-Fans bedeutet das eine Umstellung, die unmittelbare Auswirkungen auf den Speiseplan mit kohlenhydratarmen Gerichten hat. In diesem haben Eier durchaus ihre Daseinsberechtigung, weil sie uns mit wertvollem Eiweiß versorgen, das der Körper benötigt und auch lange satt hält.

Viel mehr Hühnerzuchtbetriebe, als anfangs bekannt, haben offensichtlich das Insektizid Fipronil für die Reinigung der Hühnerställe verwendet. Fipronil ist in einem Reinigungsmittel enthalten.

Das betrifft zwar hauptsächlich niederländische Eierproduzenten. Leider sind aber auch Betriebe in Deutschland betroffen. Die betreffenden Landwirte behaupten, sie hätten ein vermeintlich unschädliches und zugelassenes Produkt verwendet.

Wie es scheint, sind in diesem Fall die Niederlande die Quelle des Gifteier-Skandals, denn sie haben dieses fipronilhaltige Reinigungsmittel auch nach Deutschland verkauft. Bis jetzt wurden 180 Betriebe aus der Eierproduktion ausgeschlossen. Möglicherweise ist das aber nur die Spitze des Eisbergs.

Über die bisher bekannt gewordenen Chargen der Gifteier informiert die Tagesschau hier, sowie auch Fragen und Antworten zum Skandal hier. Weitere Informationen können besorgte Kunden hier erhalten.

(skandalöse) Verharmlosungsversuche

Solange dieser Skandal nicht restlos aufgeklärt wurde, erhebt sich die Frage:

Kann man noch ohne Ängste vor späteren Folgen (größere Mengen) Eier essen – und wenn ja, wie kommen Low Carb-Anhänger an Eier, die sicher nicht das Insektizid Fipronil enthalten?

Großhändler wie REWE und Penny haben die betroffenen Chargen bereits aus den Regalen genommen. Auch Aldi hat angekündigt, in ganz Deutschland Eier aus dem Sortiment zu nehmen (was der Bauernverband als „zum jetzigen Zeitpunkt überzogene Reaktion“ und „nicht angemessen“ bezeichnet, siehe hier).

Auch wenn bereits abgewiegelt und behauptet wird, dass der Verzehr belasteter Eier für Erwachsene nicht schädlich sei, könnte das bei einem Mehrverbrauch – zum Beispiel im Rahmen einer Low Carb-Ernährung – eine unzutreffende Aussage sein.

Fakt ist: Insektizide sind auf lange Sicht für alle Menschen gefährlich, nicht nur für Kinder (Quelle: 1).

Sie sind auf lange Sicht krebserregend, hormonell wirksam, nervenschädigend und toxisch. Das menschliche Immunsystem kann ihnen nichts entgegensetzen. Die Insektizide reichern sich in Hormondrüsen oder im Nervensystem an. Für die gesundheitlichen Spätfolgen will dann niemand verantwortlich sein.

Der Nachweis von Ursache und Wirkung gelingt den Betroffenen dank der langen Karenzzeit fast nie.

Insofern lautet der beste Rat wohl, derzeit bevorzugt Eier aus dem Bioladen oder vom Bio-Bauern nebenan zu verzehren, statt den Verzehr billiger Gifteier aus dem Supermarkt zu riskieren.

Eine Alternative bieten eifreie Ei-Ersatzprodukte.

Insektizide im Ei: eine unterschätzte Gefahr

Es spielt keine Rolle, ob der Gehalt des Insektenmittels in den Eiern hoch ist oder nicht.

Wichtig ist die Erkenntnis, dass Pestizide – zu denen die Insektizide gehören – sich im Organismus anreichern und oft erst nach vielen Jahren gesundheitliche Folgen zeitigen (1, 2, 3, 4).

Problematisch ist auch, dass wir heutzutage vielen Toxinen und Umweltgiften ausgesetzt sind. Diese mögen für sich allein genommen und in geringer Dosis tatsächlich harmlos sein. In größeren Mengen, über Jahre aufgenommen und vor allen im Zusammenwirken mit anderen Toxinen liegen uns aber kaum verlässliche Studien vor. Der Grund: Solche Studien sind nur schwer durchzuführen, weil man die additiven Langzeit-Effekte von Umwelttoxinen im menschlichen Organismus kaum feststellen kann.

Zweitens besteht wohl auch nicht ausreichend großes politisches Interesse, der mächtigen Chemieindustrie ins Handwerk zu pfuschen. Hängen doch eine Menge Arbeitsplätze daran.

Sicher ist: Der Skandal um die belasteten Eier wird irgendwann vergessen sein – bis der nächste Lebensmittelskandal an unsere Türen klopft.

Wie wir mittlerweile wissen: Skandale solchen Ausmaßes sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Und wir wissen ja auch gar nicht, wie viele andere, unentdeckte Skandale dieser Art es noch gibt.

Viele Missstände werden nicht aufgedeckt, andere eher zufällig. Doch hinter allen Skandalen dieser Art stehen Profitgier, Preismanipulation und vorgetäuschte Unkenntnis. So werden beispielsweise nachweislich Pestizide als Mastmittel in der Fleischproduktion benutzt.

Aber auch der Konsument ist sicherlich nicht ganz unschuldig. Wem sozusagen geschenkt noch zu teuer ist, der muss sich nicht wundern, wenn er durch solche Skandale und damit dem Riskieren seiner Gesundheit und der seiner Familie die letztlich viel teurere Rechnung erhält.

Kann man überhaupt noch Eier essen?

Die EU-Kommission meinte gestern, die Lage sei unter Kontrolle (siehe z.B. hier).

Ohne Panik schüren zu wollen: Der Konsum von Eiern sollte vorerst vielleicht eingeschränkt werden, bis Entwarnung gegeben wird. Dies vor allem, wenn Du nicht sicher sagen kannst, wo die Eier herkommen. Die Einkaufsquelle für Eier sollte also sorgfältig gewählt werden.

Ei-Ersatzprodukte können Low Carb-Fans vorerst helfen, den ungewollten Konsum von Insektiziden zu vermeiden. Es lassen sich im Internet viele Low Carb-Rezepte ohne Eier finden. Als Proteinquelle können ersatzweise Mandeln, Chia-Samen, Quark, Quinoa, Tofu oder pflanzliche Proteine gewählt werden.

Was leider noch hinzu kommt:

Diese Eier wurden/werden ja auch in anderen Produkten weiterverarbeitet. Ist es bei den Eiern an sich noch möglich nachzuvollziehen, wo diese herkamen, so ist das bei den Produkten, wo diese Eier verarbeitet sind, kaum noch möglich…

Ab und an ist das aber möglich, daher gibt es bereits auch Rückrufaktionen für Salate, in denen die betroffenen Eier verarbeitet wurden, siehe hier.

Fazit

Letztlich werden wir solchen Skandalen wohl nie entgehen können, und das panschen und pfuschen gab es sicherlich schon immer.

Als Verbraucher hat man zwar nicht immer, ob doch oft genug die Wahl, woher man seine Waren bezieht. Sicherlich sind hier diejenigen in einer besseren Situation, die einen Bauernhof in der Nähe haben und dort einkaufen können. Aber wer mit dem Auto zur Arbeit pendelt, kann vielleicht einen kleinen Umweg zu einem Bauernhof auf dem Land machen, oder einem Hof, der an der SoLaWi teilnimmt.

Auch hier gibt es freilich keine Garantie für ein einwandfreies Produkt. Aber ich wage zu behaupten, dass der Bauer, der seine Endkunden auch von Angesicht zu Angesicht sieht, ein größeres moralisches Problem damit hat, seinen Kunden bewusst schlechte Ware unterzujubeln.

Vielleicht ist es jedoch nur mein Versuch, mir zumindest eine in Teilen noch heile Welt einzureden.

Es ist auf jeden Fall traurig zu sehen, wie jetzt Millionen von Eiern letztlich den Abfluss hinter gespült werden müssen, wenn andernorts Menschen buchstäblich an Hunger verrecken… Ja, ich weiß: Diese Menschen würden auch so an Hunger sterben, weil zu wenige Menschen helfen und diese Eier, wenn sie nicht verunreinigt wären, in unseren ohnehin schon gut gefüllten Mägen landen würden, statt bei denen, die hungern.

Dennoch wird einem diese Tatsache gerade in solchen Situationen wieder bewusst, wenn riesige Mengen von Lebensmitteln wegen so einer Sache vernichtet werden muss. Damit der obige Absatz nicht nur Heuchelei ist, habe ich gerade € 50 für Unicef gespendet. Hier der Beweis (zwar in Griechisch, weil ich bei UNICEF in meiner griechischen Wahlheimat gespendet habe, aber die relevanten Details sind erkennbar):

Unicef Afrika Spende | Kohlenhydrate-Tabellen.com

(Randbemerkung in diesem Zusammenhang: Nachmachen sehr gerne erwünscht. Hier die deutschsprachige UNICEF-Seite mit direktem Link für Spenden für Afrika. Jedes kleine Bisschen hilft.)

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