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Anno Dazumal (Teil 2)

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Anno Dazumal (Dankbarkeit) | Kohlenhydrate-Tabellen.com

Von der älteren Generation kann man wirklich einiges lernen. Vor allem Dankbarkeit.

Heute ist hier in meiner Wahlheimat Griechenland ein großer religiöser Feiertag. Also machten meine Frau und ich uns auf, Freunde in einer griechischen Bergregion zu besuchen. Dort waren auch ein paar ältere Leute als wir zugegen.

Eine Dame, 81 Jahre alt, wanderte mit ihrem Mann Anfang der 1960er im Alter von etwa 25 Jahren nach Deutschland aus. Die Jahre bis dahin hatte sie in dieser Bergregion gelebt, in der wir uns heute zu Besuch befanden. Sie wurde also dort geboren und lebte bis zu ihrer Auswanderung das ganze Jahr über in diesem Bergdorf.

Dieses Dorf ist mit dem Auto eine gute halbe Stunde von der nächsten Kleinstadt entfernt. Selbst heute mit dem Auto würden sich viele denken, dass das doch echt nervig ist, keinen Supermarkt in der Nähe zu haben und alle zwei Wochen oder so in die Stadt hinunterzufahren. Wie musste das wohl in den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts gewesen sein, und wie ernährten sich die Menschen in so einem Dorf vor allem im Winter??

Ich stellte besagter Dame also diese Frage, und sie fing an mit großem Interesse zu erzählen.

Die Details erspare ich Dir, aber ich kann Dir sagen: es war extrem spärlich und ärmlich! Aber man kannte es ja nicht anders.

In meinem Beitrag neulich (Fleischkonsum wie Anno Dazumal) habe ich geschrieben, dass wir von unseren Großeltern, die um die Zeit des 2. Weltkriegs in ihren Jugendjahren waren, erfahren haben, dass Fleisch höchstens ein Mal pro Woche auf dem Speiseplan stand, in der Regel am Sonntag. Fleisch war also etwas ganz Besonderes.


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Im Fall der oben erwähnten Griechin war es noch viel härter: ein Mal im Jahr gab es Fleisch, an Weihnachten. Da wurde ein Schwein geschlachtet. 100% gesichert war das aber nicht, dass es an Weihnachten tatsächlich Fleisch gab, aber es war zumindest die Regel.

„Wow…“, dachte ich mir „was für ein hartes Leben.“ Gleichzeitig wurde mir natürlich wieder mehr als deutlich, in welch privilegierten Zeiten wir leben. Und wie wir es doch schaffen, dies immer wieder zu vergessen; oder noch schlimmer: es geflissentlich (also wohlwissend) zu übergehen.

Manchmal denke ich mir, dass es wohl ein Segen wäre, wenn auch wir, die bisher nur gute Zeiten durchgemacht haben, mal so einen schlechte Zeit durchmachen würden – um unsere privilegierte Situation wieder mehr zu schätzen und mit dem verdammten Jammern aufzuhören. Ich zähle mich da selber übrigens absolut dazu!

Und dann denke ich mir im gleichen Moment, dass das wohl keine gute Idee ist. Denn die wenigsten von uns würden das aushalten. Es ist vermutlich leichter, in Armut geboren zu werden, nichts anderes als Armut zu kennen und sich dann einen gewissen Wohlstand zu erarbeiten, als im Wohlstand geboren zu werden und dann arm zu werden bzw. schwierige Jahre durchzustehen.

Gesegnet sind diejenigen, die schon in Zeiten des Wohlstands verstehen, dass sie privilegiert sind, und nicht erst richtig schlechte Zeiten durchmachen müssen, um das zu verstehen.

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