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„10 Weeks BODY Change“ – was Detlef D! Soost noch hätte anfügen können

Ernährungskozept-Detlef D Soost-10 weeks body challenge_kohlenhydrate tabelle

Das neueste unter den zahlreichen Abnehmprogrammen scheint viel Staub aufzuwirbeln: das „10 Weeks BODY Change – Ich mach Dich fit und schlank“ – Programm von Detlef D! Soost.  Vermutlich kommt es besonders im etwas jüngeren Publikum gut an (unter 20), das sich „D!“ in der Vergangheit so als Zielgruppe durch verschiedene Sendungen aufgebaut hat. Basierend auf seinem Intro-Video zum Ernährungskonzept sei hier mal ein unverbindliches Urteil gewagt. Lesezeit: ca. 6 min

Soviel Öl, Fleisch, Fette etc essen wie man will?

Vorab: es ist mir wichtig anzumerken, dass ich das Programm von „D!“ nicht gekauft und damit keine Einblicke in die genauen Abläufe/Vorschläge habe. Das Ernährungskonzept-Video gibt aber, wie ich meine, sicherlich einen guten Eindruck, denn letztlich ist es ja auch ein Werbevideo für das Ernährungs-/Abnehmprogramm. Meine hier dargestellte Meinung ist also ausschließlich basierend auf diesem Video. Auch habe ich nie eigene wissenschaftliche Studien betrieben (aber wohl auch Detlef D! Soost nicht), sondern spreche zum Teil aus eigener Erfahrung und zum Großteil ‚plappere ich nach‘, was ich selber durch relativ intensive Lektüre zum Thema Ernährung gelernt habe 🙂

Was mich ein wenig überrascht ist, dass „D!“ sagt, man dürfe von der im Video links gezeigten Gruppe essen soviel man will, den ganzen Tag über. Wer im Video auf 5:42 min vorspult hört Folgendes:

„[…] hier kannst Du reinhauen wie Du willst. Das ist doch mal ’ne gute Information, oder? Also, iss‘ hiervon soviel wie Du willst und Du wirst abnehmen […]“

Und von 6:36 min – 6:42 min hört man von Detlef Folgendes: „[…] Fette sind nicht unsere Feinde. OK? Fette sind gut […]“

Wie gesagt: ich kenne die Inhalte des genauen Programms nicht, insofern muss meine im Folgenden aufgeführte ‚Kritik‘ nicht unbedingt zutreffen. Trotzdem seien drei Kommentare erlaubt.

Fette

Ich vermute, „D!“ wollte das nicht so pauschalisieren, wie es im Video rüberkommt. Fette sind nicht gleich Fette und daher sind nicht alle Fette unsere Freunde. Das kann ein Unwissender leicht missverstehen und sich gleich die nächsten frittierten Pommes im Fastfood-Restaurant reinhauen, weil Fette ja „gut“ sind. Während Fette wie die von Ölen eher unter der oftmals zitierten Kategorie „gute Fette“ zu finden sind, sind die trans-Fettsäuren eher zu meiden. Trans-Fettsäuren sind vor allem in industriell hergestellten Lebensmitteln zu finden und werden oftmals als klassische Dickmacher bezeichnet, oder wie Detlef D! Soost es nennen würde: „Dickwerde-Mittel“ (siehe 2:05 min) 🙂

Öle

Womit wir beim zweiten Aspekt wären: den Ölen. Es heisst ja immer, Öle seien so gesund, oder zumindest solche wie Olivenöl, Leinsamenöl und wie sie nicht alle heissen. Das mag im Grundsatz richtig sein, auch wenn es sicherlich bessere und schlechtere Öle gibt. Was man aber bei Ölen durchaus beachten sollte ist das auch von „D!“ bezüglich Fisch genannte Omega-3 Fett. Viele Öle, leider auch das viel gepriesene Olivenöl, haben ein schlechtes bis sehr/extrem schlechtes Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 Fetten. In Olivenöl zum Beispiel kommen auf jede Omega-3 Fettäure etwa 11 Omega-6 Fettsäuren. Bei Erdnussöl ist es schon 1:32, bei Sonnenblumenöl 1:122 und bei Distelöl gar 1:148! Es wird vermutet, dass unsere „sammelnden und jagenden Vorfahren“ ein Verhältnis von ca. 1:2 oder 1:3 zu sich nahmen. Der heutige Mensch weist durch seine Ernährung laut Studien ein Verhältnis von etwa 1:20 auf… Wie so oft können solche Unverhältnismäßigkeiten ein gesundheitliches Nachspiel haben, weshalb man sich der Wichtigkeit dieses Themas „Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren“ bewusst sein sollte. Zu diesem Thema gibt es auch unter dem nächsten Punkt noch eine Anmerkung.

Qualität des Fleischs

Gerade für die Männerwelt hat Detlef D! Soost sicherlich etwas nettes auf Lager mit seinem Programm: Fleisch ist gut 🙂 Auch hier sollte eines nicht aussen vorgelassen werden: die Qualität des Fleischs und des Fischs spielt durchaus eine wichtige Rolle. Wo auch immer möglich sollte man durchaus darauf achten, dass das Tier so natürlich wie möglich ernährt wurde. Es dürfte klar sein, dass es wenig Sinn macht, wenn das Rind auf unserem Teller vor seinem Ableben mit Antibiotika und Industriefutter vollgestopft wurde. Gerade das Industriefutter führt wieder dazu, dass das Fleisch des Tieres schon wesentlich mehr Omega-6 Fettsäuren aufweist als das von Tieren, die auf der Weide gefüttert wurden. Natürlich schneiden wir hier ein sensibles Thema an: den Geldbeutel. Letztlich kostet Rind von der Weidehaltung in der Regel mehr Geld. Aber was hilft uns das ganze schöne Fleisch in unserem Abnehm- bzw. Ernährungsprogramm, wenn es uns krank macht. Hier sollte man absolut nicht an der falschen Ecke sparen und lieber auf die eine oder andere Schachtel Zigaretten etc verzichten. Ich frage mich immer wieder, wie Eltern ihre Kinder mit billigem Industriefraß vollstopfen können. Liegt es wirklich am Geldbeutel, oder an der mangelnden Aufklärung, oder an etwas Anderem?

‚Fazit‘

‚Revolutionär‘ ist das Programm von „D!“ sicherlich nicht. Wenn man in diesem Zusammenhang etwas hervorheben müsste, zumindest auf Basis des Intro-Videos, dann wohl den sogenannten „Load Tag“. Das ist 1 Tag in der Woche, an dem man wirklich alles essen darf, was man will – ohne Hemmungen.  Ich kenne dieses Konzept aus dem Bestseller von Tim Ferriss: Der 4 Stunden Körper. Dort nennt sich das nicht „Load-Tag“ sondern „Binge-Day“. Tim Ferriss ist ein sehr schlauer Mensch und hat sehr viel herum experimentiert und auch viele Experten zu Rate gezogen. Insofern vermute ich mal, ohne es ausprobiert zu haben, dass der Load-Tag tatsächlich beim Abnehmen hilft, auch wenn das paradox erscheinen mag.

Prinzipiell bin ich persönlich aber der Meinung, dass ohnehin ein jedes Programm, das die Leute dazu bringt, ernsthaft umzudenken und auch Sport zu treiben kein allzu schlechtes sein kann. Mir gefällt zumindest das Konzept von Detlef D! Soost daher persönlich ganz gut, auch weil es in Teilen der Ernährung doch in Richtung der sogenannten Paläo-Ernährung geht. Auch finde ich gut, dass er Aspekte wie Zimt und Eier ins Spiel bringt, womit er ebenfalls sehr mit Tim Ferriss übereinstimmt (Tim Ferriss behauptet, man solle täglich 30gr Eiweiß -also etwa 2 ganze Eier- innerhalb von 30 min nach dem Wachwerden zu sich nehmen als weiteren Aspekt der das Abnehmen unterstützen soll).

Letzlich gilt wohl, wie man so oft sagt: jeder ist verschieden und alles in Maßen. Ausserdem muss den Teilnehmern klar sein, dass Gewicht verlieren vergleichsweise einfach, das Gewicht dauerhaft halten aber eine Herausforderung ist, weil es eine letztlich lebenslange Entscheidung ist, wie man sich ernähren und bewegen will.

Update 22.2.2014: Das damals erwähnte Video ist nun leider so nicht mehr verfügbar. Vielleicht hat man ja meine Anmerkungen für weitere Erläuterungen aufgenommen 😉 Das jetzt verfügbare Video ist das folgende, das aber die von mir oben genannten Punkte nicht mehr aufführt:

Hast Du schon Erfahrungen mit dem Programm von Detlef D! Soost gemacht, oder kennst jemanden, und möchtest gerne Deine eigenen Eindrücke hier schildern? Einfach unter dem Artikel einen Kommentar hinterlassen (nicht vergessen, die beiden kleinen Boxen unter dem ‚Abschicken‘-Button auszuwählen, bevor Du den Kommentar abschickst). Eine generelle Beschreibung des Programms findest Du hier auf unserer Seite.

Foto: flickr user echtpraktisch

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